Nachdem ich beschlossen hatte, Anne Franks Tagebuch im Unterricht zu benutzen, hatte ich ein großes Problem: Wie konnte ich Annes Geschichte zum Leben erwecken? Lehrer, die im Unterricht einen Text behandeln, müssen meiner Ansicht nach drei Dinge schaffen: die Schülerinnen und Schüler für die Lektüre begeistern, ihnen den Kontext vermitteln und sie zum eigenständigen Arbeiten befähigen. Erst dann kann Literatur eine Bedeutung für sie gewinnen. Das Vorwissen der Schüler muss aktiviert werden und es müssen Wege gefunden werden, ihre Lebenserfahrungen mit den Unterrichtsinhalten zu verknüpfen.
Vielfältige Methoden
Aufgrund der sprachlichen, kulturellen und historischen Unterschiede zwischen Anne Franks Welt und der Lebenswelt meiner Schüler entschied ich mich, die vielfältigen Lernstile der Schüler anzusprechen. Um ihnen Hintergrundwissen zu vermitteln und ihr Vorwissen zu aktivieren, griff ich zu den unterschiedlichsten Methoden: Filmclips, Archivfotos, passende Songs, kinästhetische Aktivitäten und ein Besuch des „Museum of Tolerance“ in Los Angeles. Ich stellte fest, dass dieser ganzheitliche Ansatz mit Hilfe vielfältiger Lernmethoden die Schüler sehr ansprach. Aus meiner Sicht war das der Schlüssel zum Erfolg.
Holocaust-Überlebende
Wir hatten außerdem die einzigartige Gelegenheit, eine Holocaust-Überlebende in unsere Klasse einzuladen. Als Kind hatte sie in einem Versteck ausgeharrt und konnte ihre Erfahrungen deshalb besonders gut mit denen von Anne vergleichen. Das erwies sich als Meilenstein in dem Projekt. Ihre detaillierten Schilderungen erweckten Annes Tagebuch tatsächlich zum Leben.
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Nächsten Monat lesen Sie, warum die Beschäftigung mit der Geschichte ein entscheidendes Element meines Unterrichts bildete.
Erin Gruwell
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