Hermann van Pels

Hermann van Pels arbeitet seit 1938 in Otto Franks Firma. Miep Gies erinnert sich an ihn als einen „großen, massigen Mann“ und „einen angenehmen, umgänglichen“ Menschen, „der sich mühelos in unseren Betrieb einfügte.“

Sein Fachwissen im Fleischereihandwerk erwarb Hermann im Betrieb seines aus den Niederlanden stammenden Vaters, Aron van Pels. Aron ließ sich nach seiner Heirat mit Lina Vorsänger in Gehrde in der Nähe von Osnabrück nieder. Er arbeitete dort im Betrieb seines deutschen Schwiegervaters, der einen Großhandel für Metzgereibedarf führte. Aron und Lina bekamen sechs Kinder: Max, Henny, Ida, Hermann, Klara und Meta. ¨

Hermann wurde am 31. März 1898 geboren. Er wurde Vertreter für den Betrieb seines Vaters in Osnabrück.

Hermann gründet eine Familie

Er heiratete am 5. Dezember 1925 die Deutsche Auguste (Gusti) Röttgen. Sie wurde Niederländerin, denn nach dem Gesetz nahmen Frauen bei der Heirat automatisch die Nationalität des Ehemanns an. Gusti war am 29. September 1900 in Buer bei Osnabrück geboren. Ihr Vater war Kaufmann. Hermann und Gusti wohnten in Osnabrück, wo Peter am 8. November 1926 zur Welt kam.

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Wegen des Boykotts in die Niederlande

In ganz Deutschland riefen die Nationalsozialisten 1933 zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. Für die Familie van Pels wirkte sich der Boykott katastrophal aus, weil ein fanatischer Nazi, von Beruf Fotograf, in seinem Schaufenster Aufnahmen von Nichtjuden ausstellte, die bei Juden kauften. Vater Aron van Pels war schließlich gezwungen, seinen Handel für Metzgereibedarf, in dem auch seine Kinder Hermann und Ida tätig waren, für einen Bruchteil des tatsächlichen Werts zu verkaufen. Hermanns Schwester Henny, die als Schneiderin tätig war, verlegte ihr Schneideratelier 1935 nach Amsterdam. Hermann folgt ihr 1937 und Aron 1938 nach den Novemberpogromen.

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Freunde der Franks

Das sogenannte Flussviertel (Rivierenbuurt) in Amsterdam war ein Neubauviertel im Süden der Stadt, wo viele jüdische Flüchtlinge aus Deutschland eine neue Bleibe fanden. 1939 zog die Familie van Pels in die Zuider-Amstellaan (heute Rooseveltlaan), in unmittelbare Nähe des Hauses der Familie Frank am Merwedeplein. An Samstagnachmittagen luden Otto und Edith Frank oft zu zwanglosen Treffen bei Kaffee und Kuchen ein. Hermann und Gusti van Pels waren gerngesehene Gäste, wie sich Miep Gies erinnert, die fast immer an diesen Zusammenkünften teilnahm.

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31. März 1898

Geboren in Gehrde bei Osnabrück als Sohn eines niederländischen Vaters und einer deutschen Mutter.

5. Dezember 1925

Hermann heiratet Auguste (Gusti) Röttgen.

8. November 1926

Sohn Peter wird geboren.

26. Juli 1937

Die Familie van Pels geht in die Niederlande.

1938

Hermann van Pels fängt in Otto Franks Firma Pectacon an.

13. Juli 1942

Die Familie van Pels taucht unter und versteckt sich im Hinterhaus.

4. August 1944

Die Untergetauchten werden verhaftet.

8. August 1944

Die Untergetauchten werden in das Durchgangslager Westerbork (Niederlande) gebracht.

3. September 1944

Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (im von Deutschland besetzten Polen).

6. September 1944

Ankunft in Auschwitz. Hermann überlebt die erste „Selektion“. Ein paar Wochen später wird er jedoch in die Gaskammer geschickt.

Hermanns Umgebung

Auguste van Pels Mutter von Peter, Ehefrau von Hermann

Auguste ist eine hübsche und etwas kokette Frau

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Peter van Pels Sohn von Hermann und Auguste

Peter ist ein ruhiger Junge, der gern handwerklich arbeitet

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Otto Frank Vater von Anne und Margot, Ehemann von Edith

Otto gründet in den Niederlanden eine Firma. Danach kann seine Familie ihm nach Amsterdam folgen

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Was Anne über Hermann schreibt

Er gibt immer seine Meinung zum Besten, und wenn er das getan hat, gibt es nichts mehr daran zu rütteln. Wenn jemand das wagt, dann hat er es in sich. (…) Na gut, er hat einen gescheiten Kopf, aber die Selbstgefälligkeit dieses Herrn hat ein hohes Maß erreicht.