Margot Frank

Margot ist drei Jahre älter als Anne. Sie ist brav, ruhig und hat gute Schulnoten.

Miep Gies sagt über sie: „Zu Margot hatte ich überhaupt keinen Kontakt, sie war anwesend und das war alles.“ Anne bestätigt dieses Bild. Über Margot bei Tisch schreibt sie: „Isst wie ein Mäuschen, redet überhaupt nicht.“ Im Hinterhaus haben Anne und Margot mehrmals Streit. Aber dann verstehen sie sich wieder und reden über alles Mögliche.

Margot möchte nach dem Krieg in das damalige Mandatsgebiet Palästina emigrieren und dort Hebamme werden, schreibt Anne. Otto meint später, sie habe Medizin studieren wollen.

Margots Zukunftspläne

Anne und Margot reden oft über ihre Pläne für die Zukunft. Margot möchte zuerst nichts darüber sagen. Anne schreibt am 14. Oktober 1942 ins Tagebuch: „Gestern Abend lagen Margot und ich zusammen in einem Bett. Es war sehr eng, aber gerade deshalb witzig. Sie fragte, ob sie mal mein Tagebuch lesen dürfte. ‚Manche Stücke schon’, sagte ich und fragte nach ihrem. Das dürfte ich dann auch lesen. So kamen wir auf die Zukunft, und ich fragte sie, was sie werden wollte. Aber das wollte sie nicht sagen, sie machte ein großes Geheimnis daraus. Ich habe mal so etwas aufgeschnappt wie Unterricht. Ich weiß natürlich nicht, ob das stimmt, aber ich vermute, dass es in diese Richtung geht. Eigentlich darf ich nicht so neugierig sein.“

Mehr

Margot und Peter

Anne erhält von Margot einen netten Brief: „Anne, als ich gestern sagte, dass ich nicht eifersüchtig auf dich wäre, war das nur zu 50 % ehrlich. Es ist nämlich so, dass ich weder auf dich noch auf Peter eifersüchtig bin. Ich finde es nur für mich selbst ein bisschen schade, dass ich noch niemanden gefunden habe und vorläufig sicher nicht finden werde, mit dem ich über meine Gedanken und Gefühle sprechen könnte. Aber deshalb gönne ich es euch beiden doch von Herzen, wenn ihr euch etwas Vertrauen schenken könntet. Du vermisst hier schon genug von dem, was für viele andere so selbstverständlich ist.“

Mehr

Margot lernt Latein

Bep Voskuijl hatte unter ihrem Namen einen Fernkurs bestellt. Aber in Wirklichkeit nahm nicht sie, sondern Margot an dem Kurs teil. Margot lernte intensiv und Bep schickte Margots Hausaufgaben unter ihrem Namen ein.

Mehr

16. Februar 1926

Geboren in Frankfurt am Main.

1929

Margot bekommt eine kleine Schwester, Anne.

1932

Margots erster Schultag in der Ludwig-Richter-Schule.

1933

Margot Frank emigriert mit ihren Eltern in die Niederlande.

4. Januar 1934

Margots erster Tag in einer Schule in Amsterdam.

16. Februar 1934

Anne kommt als „Geburtstagsüberraschung“ in Amsterdam an.

1941

Margot muss in das Jüdische Gymnasium wechseln.

5. Juli 1942

Margot erhält eine Vorladung. Sie soll sich für ein „Arbeitslager“ in Deutschland melden.

6. Juli 1942

Margot versteckt sich mit ihren Eltern und ihrer Schwester im Hinterhaus an der Prinsengracht 263.

4. August 1944

Die Untergetauchten werden verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork (Niederlande) gebracht.

3. September 1944

Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (im von Deutschland besetzten Polen).

6. September 1944

Ankunft in Auschwitz-Birkenau. Margot überlebt die Selektion.

Ende Oktober / Anfang November 1944

Margot wird zusammen mit Anne in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert.

Februar 1945

Margot stirbt in Bergen-Belsen an Typhus.

Margots Umgebung

Edith Frank Mutter von Anne und Margot, Ehefrau von Otto

Edith kann sich nur schwer in den Niederlanden einleben

Mehr

Otto Frank Vater von Anne und Margot, Ehemann von Edith

Otto gründet in den Niederlanden eine Firma. Danach kann seine Familie ihm nach Amsterdam folgen

Mehr

Anne Frank Tochter von Otto und Edith, Schwester von Margot

Anne spielt oft den Clown, hat aber auch eine ernste Seite

Mehr

Was Anne über Margot schreibt

Margot ist sehr lieb und möchte gern meine Vertraute sein, aber ich kann ihr doch nicht alles sagen. Sie nimmt mich ernst, viel zu ernst, und denkt lange über ihre verrückte Schwester nach. Sie schaut mich bei allem, was ich sage, prüfend an und denkt: Ist das jetzt Komödie, oder meint sie es wirklich?