Otto Frank

Otto Frank wurde am 12. Mai 1889 in Frankfurt am Main geboren. Er hat einen älteren Bruder, Robert (1886), einen jüngeren Bruder, Herbert (1891) und eine Schwester, Helene (1893). Sein Vater Michael Frank ist Inhaber einer Bank, die sich auf den Devisenhandel spezialisiert hat. Die Franks sind Juden.

In ihren Erinnerungen beschreibt Miep Gies Otto Frank wie folgt: „Otto Frank – der ruhende Pol, der Lehrer der Kinder, der logischste und konsequenteste, derjenige, der die Zügel in der Hand hatte. Er war die oberste Instanz. Wenn eine Entscheidung zu treffen war, richteten sich alle Augen auf ihn.“

Abgebrochenes Studium

Otto besucht keine jüdische Schule, sondern das städtische Lessing-Gymnasium. Nach dem Abitur 1908 studiert Otto ein Sommersemester Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Er arbeitet ein Jahr in einer Bank und bekommt durch die Vermittlung eines Studienfreundes die Chance, als Praktikant im Kaufhaus Macy's in New York zu arbeiten. Anfang September 1909 bricht er auf. Leider muss er kurz nach seiner Ankunft wieder zurückkehren, da sein Vater am 17. September 1909 gestorben ist.

Mehr

Verschiedene Anstellungen

Nach kurzer Zeit macht sich Otto Frank noch einmal auf den Weg. Diesmal bleibt er zwei Jahre in den Vereinigten Staaten. Zuerst arbeitet Otto ein Jahr im Kaufhaus Macy's, danach bei einer Bank. Im Herbst 1911 kehrt er nach Deutschland zurück. Er nimmt eine Stelle bei der Firma Fenestra in Düsseldorf an, die Fensterrahmen herstellt, und wechselt dann im Jahr 1914 zum Hammerwerk Plettenberg in Westfalen, das Hufeisen für die Armee produziert. Nach dem Ersten Weltkrieg übernimmt Otto Frank - mit Widerwillen - gemeinsam mit seinem Bruder Herbert von seiner Mutter die Leitung der Bank. Herbert fehlt es an wirklichem Talent als Bankier und der älteste Bruder Robert hat wenig Interesse.

Mehr

Otto im Ersten Weltkrieg

1914 beginnt der Erste Weltkrieg und ein Jahr später wird Otto Frank wie seine Brüder zum Militär eingezogen. Seine Mutter und seine Schwester arbeiten als Freiwillige in einem Lazarett in Frankfurt. Otto wird an der Westfront eingesetzt und während des Krieges zum Leutnant befördert. 1918 endet der Erste Weltkrieg, ein Krieg, der Millionen Opfer gefordert hat. Otto Frank, seine Geschwister und seine Mutter überleben den Krieg.

Mehr

12. Mai 1889

Geboren in Frankfurt am Main.

1908

Studium der Kunstgeschichte in Heidelberg.

August 1909-1911

Aufenthalt in New York für ein Volontariat im Kaufhaus Macy's und bei einer Bank.

August 1915

Otto wird in den Militärdienst einberufen.

1917

Otto wird zum Leutnant befördert.

12. Mai 1925

Otto heiratet in Aachen Edith Holländer.

16. Februar 1926

Margot Frank wird geboren.

12. Juni 1929

Anne Frank wird geboren.

Sommer 1933

Edith, Margot und Anne ziehen vorübergehend zur Großmutter nach Aachen. Otto fährt weiter nach Amsterdam.

September 1933

Otto gründet die Firma Opekta und wird Direktor.

1938

Die Firma Pectacon wird gegründet.

Dezember 1940

Opekta und Pectacon beziehen den neuen Firmensitz an der Prinsengracht 263.

Dezember 1941

Juden dürfen keine Firmen mehr besitzen. Deshalb ernennt Otto Frank Kleiman und Kugler zu Direktoren, leitet die Firma jedoch insgeheim weiter.

6. Juli 1942

Die Familie Frank taucht unter.

25. Juni 1947

Otto lässt das Tagebuch in niederländischer Sprache veröffentlichen.

1952

Otto zieht nach Basel (Schweiz).

10. November 1953

Otto heiratet Elfriede (Fritzi) Markovits.

3. Mai 1960

Otto ist bei der Eröffnung des Anne Frank Hauses zugegen.

19. August 1980

Otto stirbt in Basel (Schweiz).

Ottos Umgebung

Anne Frank Tochter von Otto und Edith, Schwester von Margot

Anne spielt oft den Clown, hat aber auch eine ernste Seite

Mehr

Edith Frank Mutter von Anne und Margot, Ehefrau von Otto

Edith kann sich nur schwer in den Niederlanden einleben

Mehr

Margot Frank Tochter von Otto und Edith, Schwester von Anne

Margot ist ein ruhiges, ernstes Mädchen, das gern für die Schule lernt

Mehr

Was Anne über Otto schreibt

Übrigens, ich kann niemandem mein Vertrauen schenken, der mir nicht auch viel von sich selbst erzählt, und weil ich von Pim [Otto] nichts weiß, werde ich den Weg zur Vertraulichkeit zwischen uns nicht betreten können. (...) Vor Vater verbarg ich alles, was mich berührte, habe ihn niemals an meinen Idealen teilhaben lassen, habe ihn mir mit Willen und Absicht entfremdet.