Anne Frank schreibt nicht nur Tagebuch; sie schreibt auch Geschichten und sammelt schöne Sätze.

Schriftstellerin

Anne Frank in der Montessori-Schule, Amsterdam 1941.
  • Drucken

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne von ihren Eltern ein Tagebuch geschenkt. Zuerst ist es für sie ein seltsames Gefühl, Tagebuch zu schreiben. Sie kann sich nicht vorstellen, dass sich jemand für die Herzensergüsse eines dreizehnjährigen Mädchens interessiert.

Showcase Anne en haar dagboek

Anne Frank und ihr Tagebuch

Entdecke die Geschichte hinter Anne Franks Tagebuch.

 

Zur Website

Anne Franks Tagebuch wird veröffentlicht

Otto liest in Annes Tagebuch, dass sie geplant hatte, nach dem Krieg ein Buch über die Zeit im Hinterhaus zu veröffentlichen

Mehr

Reaktionen auf das Tagebuch

Nachdem Annes Tagebuch erschienen war, bekam Otto viele Briefe

Mehr

Was Anne offenbar vor allem braucht, ist ein Ventil für ihre Gefühle. Als erstes schreibt sie: „Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein.“

„Kitty“

Während der Zeit im Versteck beschließt Anne, ihr Tagebuch als eine Freundin zu sehen, der sie den Namen Kitty gibt; das macht das Schreiben einfacher. Außerdem - und damit hat „die ganze Tagebuch-Idee angefangen“ -, fehlt ihr eine richtige Freundin. „Ich kann mit keinen von meinen Bekannten etwas anderes tun als Spaß machen, ich kann nur über alltägliche Dinge sprechen und werde nie intimer mit ihnen. Das ist der Haken. Vielleicht liegt dieser Mangel an Vertraulichkeit auch an mir. Jedenfalls ist es so, leider, und nicht zu ändern. Darum dieses Tagebuch.“

Mit ins Hinterhaus

Als die Familie Frank untertauchen muss, packt Anne als erstes ihr Tagebuch ein. Im Hinterhaus schreibt sie eifrig von Anfang an, fast jeden Tag. Das Leben, das sie nun führt, ist völlig anders als die sorglose Zeit davor. Der quirligen und lebenslustigen Anne fällt es schwer, dass sie nicht hinaus kann und meist ganz leise sein muss. Das Tagebuch hilft ihr.

„Am besten gefällt mir noch, dass ich das, was ich denke und fühle, wenigstens aufschreiben kann, sonst würde ich komplett ersticken.“

Anne Frank, 1944

Auguste will das Tagebuch lesen

Frau van Pels ist sogar so unverfroren, sie zu fragen, ob sie das Tagebuch lesen darf. Anne lehnt die Bitte höflich, aber bestimmt ab. Margot, Annes Schwester, hat mehr Erfolg. Anne verspricht ihr, dass sie einige Teile lesen darf, aber nur, wenn sie dafür auch etwas aus Margots Tagebuch erfährt.

Kleine Geschichten

Anne macht das Schreiben immer mehr Spaß. Im Sommer 1943 beginnt sie, kleine Geschichten zu verfassen, die sie den Mitbewohnern manchmal vorliest. Sie legt auch ein „Buch der schönen Sätze“ an; darin sammelt sie Stellen aus Büchern, die ihr besonders gut gefallen.

Geschichtenbuch Das Inhaltsverzeichnis von Annes Geschichtenbuch (sie schrieb ihre Geschichten in ein Kassenbuch).

Besondere Nachricht

Am 28. März 1944 hören die Untergetauchten eine besondere Nachricht aus London. Auf Radio Oranje kündigt Minister Bolkestein an, nach dem Krieg sollten Tagebücher und andere wichtige Dokumente gesammelt werden, um so die Geschichte des niederländischen Volks im Zweiten Weltkrieg für die Nachwelt anschaulich zu machen. Annes Mitbewohner denken sofort an ihr Tagebuch.

Ein Roman vom Hinterhaus

Auch Anne hält das für eine gute Idee und schreibt: „Stell dir vor, wie interessant es wäre, wenn ich einen Roman vom Hinterhaus herausgeben würde. Nach dem Titel allein würden die Leute denken, dass es ein Detektivroman wäre.“ Im Mai 1944 nimmt die Romanidee ernsthaft Gestalt an: „Endlich nach sehr vielen Überlegungen habe ich denn mit meinem ‚Hinterhaus’ angefangen, in meinem Kopf ist es schon so weit fertig wie es fertig sein kann, aber in Wirklichkeit wird es wohl viel weniger schnell gehen, wenn es überhaupt jemals fertig wird.“

Anne überarbeitet ihr Tagebuch

Anne beginnt, das Tagebuch sorgfältig zu bearbeiten und gibt ihm den Titel „Het Achterhuis“ (Das Hinterhaus). Ihr wird zunehmend klar, dass sie nach dem Krieg ihr Schreibtalent weiterentwickeln will. Ihr großer Traum ist es, Journalistin zu werden und später eine berühmte Schriftstellerin. Und wenn sie nicht genug Talent besitzt, um Zeitungsartikel oder Bücher zu schreiben, dann kann sie einfach für sich selbst schreiben, meint sie.

Lose Blätter Ein Teil von Annes Tagebuch in der neuen, überarbeiteten Fassung.

Anne arbeitet intensiv am Buch

Um den 20. Mai 1944 beginnt Anne Frank ernsthaft mit ihrem Buch. In dem kurzen Zeitraum bis zur Verhaftung der Untergetauchten am 4. August 1944 überarbeitet Anne einen großen Teil des Originaltagebuchs. Den neuen Text schreibt sie auf lose Blätter. Oft handelt es sich nur um einfache Korrekturen, zuweilen lässt sie aber auch ganze Passagen weg, weil sie ihr zu privat sind. Alle Tagebuchbriefe richtet sie an Kitty, ihre imaginäre Freundin. Das letzte lose Blatt dieser Überarbeitung trägt das Datum 29. März 1944.

Anne stürzt sich aufs Schreiben Sie führt Tagebuch und schreibt kleine Geschichten

Seit ihrem dreizehnten Lebensjahr führt Anne Frank Tagebuch...

Mehr

Schriftstellerin Anne will nach dem Krieg Schriftstellerin und Journalistin werden

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne von ihren Eltern ein Tagebuch geschenkt...

Mehr

Endlich ernst genommen? Die verschiedenen Fassungen von Annes Tagebuch

Als 1998 fünf bis dahin unbekannte Seiten aus Anne Franks Feder auftauchten, stand ihr Tagebuch erneut im Blickpunkt des…

Mehr