Die acht Untergetauchten werden im selben Zug nach Auschwitz transportiert.

Deportation nach Auschwitz

Deutsche Offiziere auf dem Bahnsteig des Durchgangslagers Westerbork neben einem Zug, der im nächsten Moment abfahren wird.
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Vom Lager Westerbork aus fahren regelmäßig Züge in die Konzentrationslager im Osten. Am Samstag, dem 2. September, werden die Namen der Gefangenen verlesen, die am nächsten Tag mitfahren müssen. Unter den 1019 Namen sind die Namen aller acht Untergetauchten aus dem Hinterhaus.

Güterzug

Am nächsten Morgen steht ein langer Güterzug bereit. In jeden Wagen werden ungefähr 70 Menschen gepfercht, Männer, Frauen, Kinder, junge, alte, gesunde, kranke. Die meisten müssen stehen. Der Familie Frank gelingt es, zusammenzubleiben. Lenie de Jong van Naarden musste auch mit diesem Zug fahren und erinnert sich: „Sehr viele, auch die Frank-Mädchen, schliefen an den Vater oder die Mutter gelehnt, jeder war todmüde.“

Transport Westerbork – Auschwitz Das Schild am Zug.

Erschöpft

Die Zugfahrt dauert lange, drei Tage. In jedem Wagen steht ein Eimer, der als Toilette dient. Innerhalb kürzester Zeit stinkt es fürchterlich. Die Gefangenen bekommen keinen Bissen mehr herunter. Janny Brilleslijper: „Wir standen dicht aneinandergedrückt. In den Waggons gab es große Ritzen und zwei Gitter mit einem dicken Rost davor, durch die Luft hereinkam. Stand man zufällig an so einem Luftloch, wurde man zwar weniger von dem Gestank belästigt, aber man konnte sich erkälten, weil es so zog.“ Der Zug fährt mal schnell, dann wieder langsam.

Rosa de Winter-Levy sagt später über ihre Zugfahrt: „Nach zwei Tagen sind wir erschöpft, hier stirbt ein Mann, dort wird eine alte Frau ohnmächtig, weinende Kinder, es ist kaum noch auszuhalten."