Die Untergetauchten kommen zuerst in das Durchgangslager Westerbork.

Ins Lager Westerbork

Das Lager Westerbork Vom Durchgangslager Westerbork aus werden mehr als 100.000 Juden aus den Niederlanden in die Konzentrationslager deportiert.
  • Drucken

Am 8. August 1944 werden die acht Untergetauchten in einem Personenzug nach dem Lager Westerbork gebracht. Sie müssen in den Strafbaracken hausen, weil sie sich nicht freiwillig gemeldet haben. Tagsüber müssen sie Batterien auseinandernehmen. Es ist eine schmutzige und gesundheitsschädliche Arbeit, aber die Gefangenen können wenigstens miteinander reden.

Zugfahrt

Am 8. August 1944 werden die acht Untergetauchten in aller Frühe zusammen mit anderen Gefangenen aus ihren Zellen geholt und mit der Straßenbahn zum Amsterdamer Hauptbahnhof gebracht. Dort steht ein Zug bereit, ein normaler Personenzug.

AFS_A_OFrank_III_001.005.jpgWir fuhren in einem richtigen Personenwagen. Dass man die Tür verriegelte, machte uns nicht viel aus. (...) Anne war nicht vom Fenster wegzubringen. Draußen war Sommer. Da gab es Wiesen und abgeerntete Felder. Dörfer flogen vorbei. Die Telefondrähte am Bahndamm wischten an den Fenstern auf und ab. Es war wie Freiheit.

Otto Frank

Strafbaracken

Nach ein paar Stunden kommt der Zug in Westerbork an, im Nordosten der Niederlande. Die Gefangenen werden registriert und zu den Strafbaracken eingeteilt. Dorthin müssen die Gefangenen, die sich nicht freiwillig gemeldet haben, sondern untergetaucht waren. Männer und Frauen sind in getrennten Baracken untergebracht.

Batterien spalten

Tagsüber müssen die Gefangenen arbeiten. Die Frauen müssen Batterien spalten, eine schmutzige und gesundheitsschädliche Arbeit. Mitgefangene Janny Brilleslijper: „Wir mussten Batterien mit Meißel und Hammer aufhacken und dann den Teer in den einen Korb werfen und den Kohlestab, den man herausholte, in den anderen Korb. Die Metallkappen mussten mit einem Schraubenzieher abgemacht werden und kamen dann in den dritten Korb. Außer dass man entsetzlich schmutzig dabei wurde, fingen wir alle an zu husten, weil ein bestimmter Stoff ausgeschieden wurde. Das Schöne an der Arbeit mit den Batterien war, dass man miteinander reden konnte. Es war eine so öde Arbeit, dass man leicht Gedanken austauschen konnte.“

Batterijen in Westerbork
Batterien auseinandernehmen im Lager Westerbork