Wenn acht Leute zusammenleben im Hinterhaus, müssen sie sich gut absprechen.

Ein Tag im Hinterhaus

Das Zimmer von Hermann und Auguste van Pels.
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Die Untergetauchten haben eine feste Zeiteinteilung.

Das Morgenritual

Meist steht Hermann van Pels gegen 6.45 Uhr auf, danach folgen die andern. Von 8.30 bis 9.00 Uhr müssen sich alle sehr still verhalten, denn dann kommen die Lagerarbeiter. Die Büroangestellten, die Helfer, sind zu dieser Zeit noch nicht da. Sie beginnen ihre Arbeit um 9.00 Uhr. Zu dieser Stunde frühstücken die Untergetauchten im Zimmer von Hermann und Auguste van Pels. Miep Gies sondiert dann kurz die Lage im Hinterhaus und nimmt gleich die Einkaufsliste mit. Auch später am Tag schauen die Helfer manchmal kurz im Hinterhaus vorbei, zum Beispiel um etwas Geschäftliches zu besprechen oder um benötigte Sachen zu bringen.

Der Esstisch im gemeinsamen Wohnzimmer (Foto des neu eingerichteten Hinterhauses: Allard Bovenberg).

Der Nachmittag

Um 12.30 Uhr gehen die Lagerarbeiter nach Hause, und die Untergetauchten können für ein Weilchen erleichtert aufatmen. Sie bereiten das Mittagessen vor und hören um 13.00 Uhr die Nachrichten von BBC London. Um 13.15 steht das Essen auf dem Tisch. Bep Voskuijl isst oft mit, Jan Gies meistens. Victor Kugler oder Johannes Kleiman sitzen auch oft am Tisch. Ab und zu schaut Miep Gies auch noch kurz im Versteck vorbei. Um 13.45 Uhr gehen alle wieder an die Arbeit. Der Abwasch wird erledigt und danach ist es Zeit für einen kleinen Mittagsschlaf. Anne schläft dann oft nicht, sondern nutzt diese Zeit, um Tagebuch zu schreiben.

Die „Abendfreiheit“

Um 17.30 Uhr schenkt Bep den Untergetauchten die „Abendfreiheit“, wie Anne es in ihrem Tagebuch nennt. Die anderen Opekta-Mitarbeiter haben dann Feierabend. Bep erkundigt sich, ob noch Einkäufe zu erledigen seien und geht um 17.45 Uhr auch nach Hause. Die Untergetauchten verteilen sich über die Büroräume, bis Auguste van Pels und Edith Frank das Abendessen zubereitet haben. Dann wird gegessen. Der Zeitpunkt hängt von den Nachrichten im Radio ab.

Schlafen

Gegen 21.00 Uhr werden die Betten vorbereitet. Es muss viel herumgerückt und aufgeräumt werden. Ab 22.00 Uhr ist es ruhig im Hinterhaus, aber die Untergetauchten können oft nur schwer einschlafen, vor allem, wenn die deutsche Flugabwehr auf die Flugzeuge der Alliierten schießt.

Margot schläft in einem ausziehbaren Bett (Foto des neu eingerichteten Hinterhauses: Allard Bovenberg).

Lernen und lesen Vor allem Anne und Margot lernen oft

Otto und Edith Frank haben damit gerechnet, dass sie sich vielleicht sehr lange verstecken müssen, und deshalb Schulbücher…

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