An allen Problemen in Deutschland waren angeblich die Juden schuld.

Adolf Hitlers Hass auf Juden

Weimar, Aufmarsch der Nationalsozialisten
Adolf Hitler begrüßt eine Kolonne SA-Männer in Weimar. Bundesarchiv, Bild BA_102-10541
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Warum Adolf Hitler (1889-1945) die Juden so hasste, lässt sich schwer auf einen einzigen Beweggrund zurückführen, doch es gibt drei Hauptgründe: das antisemitische Klima im Wien der Vorkriegszeit, die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg und Hitlers Glaube an die Existenz überlegener und minderwertiger Rassen.

This poster advertised a speech that Hitler was due to make in May 1920.

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Boekverbranding, 1933

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Antisemitismus in Wien

Viele Historiker weisen auf Hitlers Jahre in Wien hin, die ihn stark geprägt haben. In Wien versuchte der junge Hitler von 1908 bis 1913 mit wenig Erfolg, sich eine Existenz als Kunstmaler aufzubauen. Die Stadt hatte kurz vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) eine große jüdische Gemeinde (fast 9 % der zwei Millionen Einwohner waren Juden), doch es herrschte ein ausgesprochen antisemitisches Klima. Der Bürgermeister (Karl Lueger) war ein entschiedener Antisemit, und es gab viele antijüdische Zeitungen und Zeitschriften. Für Judenhass galten keinerlei Tabus. Hitler wurde dadurch sicher stark beeinflusst.

Deutsche Niederlage

Auch Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg hatte große Bedeutung für Hitlers Weltbild und seine politischen Auffassungen. Hitler war Soldat gewesen und konnte – wie viele andere deutsche Soldaten – die Niederlage des Deutschen Kaiserreichs nicht verschmerzen. In nationalistischen und konservativen Kreisen herrschte die Auffassung, dass Deutschland den Krieg nicht auf dem Schlachtfeld verloren habe, sondern durch Verrat im Innern, durch einen „Dolchstoß von hinten“. Sozialisten, Kommunisten und vor allem Juden wurden als die Schuldigen gesehen, obwohl mehr als hunderttausend deutsche und österreichische Juden mitgekämpft hatten und zwölftausend von ihnen gefallen waren.

Affiche gericht aan de Duitse vrouwen

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Nach dem Krieg trat Hitler in eine neue, rechtsextreme Partei ein, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Hier stieg er sehr schnell auf, da er mit seinen Reden viele Menschen begeistern konnte. Er erkannte, dass Propaganda gegen Juden und Bolschewisten (oft in einem Atemzug genannt) bei den Zuhörern und Wählern ankam. Er behauptete, Juden seien nicht nur verantwortlich für die unverdiente deutsche Niederlage, sondern würden auch verhindern, dass sich das Land wieder erhole.

Gegen die Weimarer Republik

Nach dem Krieg wurden Deutschland große Lasten aufgebürdet: Der Vertrag von Versailles (1919) legte fest, dass das Land große Teile seines Gebiets abtreten und enorm hohe Reparationen an die Siegermächte zahlen musste. Das Land befand sich wirtschaftlich und politisch jahrelang in einer tiefen Krise. Hitler und seine Partei waren erbitterte Gegner der neuen Weimarer Republik und versuchten 1923 in München, die Macht an sich zu reißen. Der Putsch scheiterte, und Hitler wurde zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.

Hitler und andere Angeklagte nach ihrem Prozess Bundesarchiv, Bild 102-00344 / Heinrich Hoffmann / CC-BY-SA 3.0

Mein Kampf

Hitler verbüßte nur zehn Monate der Strafe und schrieb in dieser Zeit das Buch „Mein Kampf“. Dieses Buch ist voller antijüdischer Passagen und durchtränkt von Theorien über die Überlegenheit der deutschen (germanischen) Rasse. Hitler zeigt sich als Anhänger von Rassentheorien und fordert mehr „Lebensraum“ für das deutsche Volk. Die deutsche Rasse müsse nach der Herrschaft in Europa streben, sonst würde sie untergehen. Darum sollten Menschen mit einer Behinderung, mit einer abweichenden sexuellen Orientierung und Menschen anderer Rassen aus der Bevölkerung entfernt werden. Nach diesem Denken in Rassenkategorien waren Juden eine minderwertige Rasse, die Deutschland vergiftete und deshalb keinen Platz in der Gesellschaft hatte.

Treue Anhänger

In den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es mehr entschiedene und sogar radikalere Antisemiten als Adolf Hitler. Aber mit seinen suggestiven Reden, gespickt mit antijüdischen Seitenhieben, mit seinem Organisationstalent und seinem nationalistischen Kampfgeist war er nach dem Börsenkrach und der Krise von 1929 für viele deutsche Wähler eine verheißungsvolle Alternative. Er gewann treue Anhänger, die vor Gewalt nicht zurückschreckten. Nachdem Hitler und die NSDAP 1933 an die Macht gekommen waren, setzten sie ihre Vorstellungen erfolgreich in die Praxis um.

AFS_A_OFrank_III_001.007.jpgIch erinnere mich schon 1932, dass SA-Gruppen vorbeigezogen sind und gesungen haben: Wenn das Judenblut vom Messer spritzt.

Otto Frank
Leden van de SA marcheren door een Duitse stad.
SA-Männer marschieren durch eine deutsche Stadt. Ort unbekannt, 1930-1932. Sammlung Willem Arends.

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