Anne Franks Tagebuch dient als Grundlage für ein Theaterstück und einen Film.
Ein Theaterstück und ein Film
Richtig berühmt wird Anne Franks Tagebuch erst, nachdem es zu einem Theaterstück umgearbeitet wurde.
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Theaterstück
Seit 1953 arbeitet das Ehepaar Hackett-Goodrich an einem Theaterstück. Ihre Bühnenbearbeitung weicht an vielen Stellen vom Tagebuch ab. Dennoch ist Otto Frank der Meinung, dass der Kern des Tagebuchs bewahrt geblieben sei, und ist damit einverstanden. Am 5. Oktober 1955 findet im Cort Theatre in New York die Premiere statt. Vor der Premiere des Stücks in New York schreibt Otto Frank einen Brief an alle Beteiligten. In diesem Brief erklärt er, warum es ihm nicht möglich ist, der Premiere beizuwohnen. Einige Jahre später wird das Tagebuch auch verfilmt.
Das Theaterstück ist ein Teil meines Lebens, und der Gedanke, dass meine Frau, meine Kinder und ich auf der Bühne dargestellt werden, ist für mich sehr schmerzlich. Darum kann und will ich das Stück nicht sehen.
Otto Frank
Viele Preise
Das Premierenpublikum und die Kritiker sind von dem Stück begeistert. „The Diary of Anne Frank” gewinnt wichtige Preise, u.a. den Pulitzer-Preis in der Kategorie Schauspiel, den „Tony Award“ und den „New Yorks Critics' Circle Award for Best Play“. Der große Erfolg führt dazu, dass das Stück auch in anderen Ländern aufgeführt wird. Die niederländische Premiere findet am 27. November 1956 in Gegenwart von Königin Juliana und Prinz Bernhard statt. In Deutschland macht das Stück einen großen Eindruck, und oft herrscht hinterher minutenlang Stille.
„Vollkommenes Theater“
Der Journalist Max Tak schreibt über das Stück: „Nichts geht über vollkommenes Theater, und man hat selten die Gelegenheit, es zu erleben. Mit "The Diary of Anne Frank" haben (...) amerikanische Künstler diese Seltenheit geschaffen. Noch nie habe ich so deutlich empfunden, in welchem Maße Kunst auf die Wirklichkeit angewiesen ist, wie bei dieser Premiere.“
Verfilmung
1958 wird das Theaterstück von dem Regisseur George Stevens verfilmt. Der Film „The Diary of Anne Frank” hat am 18. März 1959 Premiere. Obwohl er kein Kassenerfolg ist, gewinnt er drei Oscars, darunter einen für Shelley Winters in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“. Im April 1959 hat der Film in den Niederlanden Premiere. Wie zuvor beim Theaterstück ist das Königshaus auch bei dieser Premiere vertreten: Königin Juliana und Kronprinzessin Beatrix. Nach der Vorstellung erklingt die niederländische Nationalhymne.
Millie Perkins spielt Anne Frank
Eine Szene aus dem Film von Regisseur George Stevens
Otto zu Besuch auf dem Filmset
Shelley Winters spielt die Rolle der Auguste van Pels. In ihren Memoiren äußert sie sich ausführlich über diesen Film. Sie erinnert sich an eine Begegnung mit Otto Frank: „Eines Tages, wir filmten bereits seit etwa vier Monaten, sagte uns George Stevens, wir würden mit Otto Frank zusammen essen. Er hatte das Theaterstück nie gesehen, weil er das nicht verkraftet hätte. Es war sehr mutig von ihm, mittags zu kommen und bei den Aufnahmen zuzuschauen. Wir aßen mit ihm in unseren ärmlichen, unangenehm riechenden Kleidern aus den Niederlanden des Zweiten Weltkriegs. Er sah die Schauspieler an, die seine Freunde und Angehörigen spielten. Er zitterte und hatte Tränen in den Augen.“