Was passiert alles im Anne Frank Haus? Im Museum, aber zum Beispiel auch in der Abteilung Pädagogik und bei Wanderausstellungen? Mitarbeiter des Anne Frank Hauses erzählen.

Ein besonderer Gruppenempfang

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Anja van 't Hoenderdaal ist pädagogische Mitarbeiterin im Bereich Gruppenempfang. Jeden Monat erlebt sie viele Schulklassen. Und manchmal ist das wirklich etwas sehr Besonderes.

Kolumne

Exhibitions and activities worldwide

The Anne Frank House is active in more than fifty countries with exhibitions and educational projects.

Exhibitions and activities worldwide

Kürzlich gab es im Museum einen Anlass zum Feiern. Im vierzigsten Jahr in Folge kam die Anne Frank Schule aus Heemskerk zu uns, um an einem didaktischen Programm teilzunehmen. Dieses besondere Ereignis haben wir natürlich ausgiebig gefeiert, zusammen mit dem ehemaligen Direktor George Paauw (84 Jahre) – der vor vierzig Jahren den Anstoß dazu gegeben hatte – , dem heutigen Direktor und den Lehrkräften. Auch einige pensionierte Lehrerinnen und Lehrer waren mitgekommen. Jahrelang haben sie mit all ihren Kindern der 6. Klasse das Anne Frank Haus besucht.

Liebevolle Ansprache

George Paauw hielt eine sehr liebevolle Anprache an die Kinder und bedankte sich beim Anne Frank Haus für alle Besuche: „Wir haben uns hier immer sehr willkommen gefühlt." Die Kinder waren beeindruckt. Sie bekamen etwas Leckeres zu essen und Limonade. Es war ein besonderer Moment, auch für mich. Ich begleite nun auch schon viele Jahre Besuchergruppen, das macht mir sehr viel Freude. Und diese persönlichen Kontakte machen meine Arbeit zu etwas ganz Besonderem. Deshalb sind sie mir so wichtig.

Jede Gruppe ist anders

Auch durch die Abwechslung ist meine Aufgabe jeden Tag aufs Neue schön und spannend. Jede Gruppe ist anders, denn ich arbeite nicht nur mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch mit Erwachsenen. Und für alle Gruppen haben wir speziell abgestimmte Programme. Es ist mir wichtig, mit „meinen" Gruppen ins Gespräch zu kommen. Mit der einen Gruppe gelingt das besser als mit der anderen, es ist also immer wieder eine Herausforderung. Auf jeden Fall möchte ich, dass sie etwas lernen: In einer toleranten und freien Gesellschaft zu leben, ist für jeden Menschen wichtig. Denn ein bisschen idealistisch bin ich immer geblieben. Und natürlich muss ein Museumsbesuch auch ein Erlebnis sein, das die Kinder nicht so schnell vergessen. Ich freue mich deshalb immer aufrichtig, wenn sich eine Schülerin oder ein Schüler bedankt und sagt: „Es war ein interessanter Tag!"

Gruppenempfang Angehende Grundschullehrer besuchen das Anne Frank Haus.

Tiefer Eindruck

Warum ich seinerzeit beim Anne Frank Haus angefangen habe? Es war vielleicht keine bewusste Entscheidung, aber es hat mit meinem Vater zu tun , der während des Zweiten Weltkrieges im Lager Amersfoort inhaftiert war. Um nicht zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu müssen, war er untergetaucht, aber er wurde verhaftet. Die Zeit im Lager hat ihn für sein weiteres Leben mehr oder weniger geprägt. Er hat dort seelische und körperliche Verletzungen erlitten. Auf mich als Kind hat das einen tiefen Eindruck gemacht.

Noch immer aktuell

Darum erzähle ich allen Gruppen, die ich empfange, dass Freiheit, gleiche Rechte und Demokratie nicht für jeden Menschen selbstverständlich sind. Früher nicht, aber auch heute nicht. Und dass die pädagogischen Aktivitäten des Anne Frank Hauses unvermindert aktuell sind, zeigt sich schon daran, dass es Schulen gibt, die uns bereits seit vierzig Jahren besuchen. Die Wertschätzung, die daraus spricht, motiviert mich, meine Arbeit auch weiterhin mit mit großer Begeisterung zu machen!

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