Erinnerung in Aachen an eine geflohene deutsche Familie

Gedenktafel für Anne Frank und ihre Großmutter Rosa Holländer-Stern

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Wer in Aachen durch die Monheimsallee geht, kann auf einer Gedenktafel lesen, dass Anne Frank hier ab Juli 1933 ein halbes Jahr bei ihrer Großmutter Rosa Holländer-Stern gewohnt hat. Annes Eltern waren nach Amsterdam gegangen, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen, und holten ihre Töchter nach, zuerst Annes Schwester Margot und dann Anne.

Wege gegen das Vergessen

Eine Gedenktafel in Aachen erinnert an die Zeit, als Anne Frank ab Juli 1933 ein halbes Jahr lang bei ihrer Großmutter Rosa Holländer-Stern in Aachen wohnte.

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Großmutter Rosa, die Mutter von Edith Frank und ihren beiden Brüdern Julius und Walter, war seit einigen Jahren Witwe. Sie kümmerte sich in dieser Zeit um Anne und Margot.  Kurz vor Weihnachten 1933 brachten die beiden Onkel Margot nach Amsterdam, und im Februar 1934 folgte Anne. In ihrem Tagebuch schreibt sie: „Meine Mutter, Edith Frank-Holländer, fuhr im September auch nach Holland, und Margot und ich gingen nach Aachen, wo unsere Großmutter wohnte. Margot ging im Dezember nach Holland und ich im Februar, wo ich als Geburtstagsgeschenk für Margot auf den Tisch gesetzt wurde.“

Großmutter Rosa verließ Deutschland erst im März 1939 und zog bei der Familie Frank in Amsterdam ein. Bemerkenswert ist, dass sie noch in die Niederlande einreisen durfte, da das Land die Grenzen für Menschen, die NS-Deutschland verlassen wollten, praktisch schon geschlossen hatte. Ediths Brüdern gelang es, in die USA zu fliehen.

„Wege gegen das Vergessen“

Nicht jeder weiß, dass Anne Frank und ihre Familie aus Deutschland kamen. Das Projekt „Wege gegen das Vergessen" entstand 1994 in Aachen mit dem Leitmotiv, an die Opfer der Nazidiktatur in der Stadt zu erinnern und aus der Geschichte Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Das Haus von Großmutter Rosa steht nicht mehr, aber an dem Ort, wo sich jetzt eine Tiefgarage befindet, gibt es seit 2001 die Gedenktafel mit dem Text, dass Anne hier bei ihrer Großmutter gewohnt hat.

„Niemand weiß, wie oft ich an sie denke und sie noch immer lieb habe“

Großmutter Rosa erkrankte im Sommer 1941 und starb am 29. Januar 1942. Anne Frank hing sehr an ihrer Oma. Am 20. Juni 1942 schreibt sie ins Tagebuch: „Niemand weiß, wie oft ich an sie denke und sie noch immer lieb habe."

Rosa Holländer-Stern liegt auf dem Friedhof der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hoofddorp bei Amsterdam begraben. Auf dieser niederländischen Website steht folgende Information über ihr Grab, und es sind Abbildungen von u.a. einem Mahnmal zu sehen:

„Wenige Meter südlich von ihrem Grab steht ein Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Am oberen Rand steht: Möge Gott unserer Toten gedenken, der Märtyrer, die in den Jahren der Verfolgung starben und deren Grab bis auf den heutigen Tag niemand kennt. 1940-1945. In der fünften Reihe von links stehen in der Mitte die Namen von Rosas Tochter und ihren zwei Enkelinnen:  Edith, Margot und Anne Frank.”

Pass von Großmutter Holländer. Im März 1939 zieht sie nach Amsterdam und wohnt bei der Familie Frank.

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