Eine Ausstellung über das kurze Leben von Anne Frank (1929-1945). Ein oder mehrere Fotos, Briefe oder Bücher aus jedem Lebensjahr von Anne Frank waren vom Oktober 2012 bis Oktober 2013 und im 2016 im Anne Frank Haus zu sehen.

„Jetzt bin ich also 15“

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„Jetzt bin ich also 15“, schreibt Anne Frank am 13. Juni 1944 in ihr Tagebuch. Seit zwei Jahren lebt sie im Versteck.

Sammlung Anne Frank

Eine abwechslungsreiche Sammlung.

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Die Fotos und Briefe zeigen ein lebendiges und neugieriges Mädchen, das ein normales Leben führt. Anne geht zur Schule, spielt auf der Straße und schreibt Briefe und Postkarten an ihre Verwandten. Als die Niederlande von Deutschland besetzt werden und auch dort die Entrechtung und Verfolgung der Juden den Alltag prägt, ändert sich ihr Leben drastisch. Die Familie Frank muss untertauchen, und Anne wird gezwungenermaßen schnell erwachsen. Sie hat einen scharfen Blick für sich und ihre Umgebung. Im Hinterhaus entwickelt sich Anne zu einer talentierten Schriftstellerin.

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Ich bin verändert, und zwar gründlich, ganz und gar. Meine Meinungen und Auffassungen, mein kritischer Blick, mein Äußeres und mein Inneres, alles ist verändert, und zwar zum Guten.

Anne Frank, 25. März 1944

Die Ausstellung „Jetzt bin ich also 15“ folgt Annes Leben. Aus jedem Jahr ist ein Foto, ein Brief oder ein anderer Gegenstand zu sehen. Einige Exponate werden zum ersten Mal im Anne Frank Haus gezeigt. Ab 1942, als Anne dreizehn wird und die Familie Frank untertaucht, gibt es keine Fotos mehr.

Poesiealbum von Juultje Ketellapper, einer Freundin Annes aus der Montessori-Schule, mit einem Gedicht von Anne, Juli 1939. Wie Anne hat auch Juultje den Krieg nicht überlebt; sie wurde am 9. Juli 1943 in Sobibor ermordet.

Die Montessori-Schule

Als Anne vier ist, emigriert die Familie Frank in die Niederlande. Sie beziehen eine Wohnung am Merwedeplein in Amsterdam. Anne besucht eine nahe gelegene Montessori-Schule.

Juni 1935. Anne ist nun sechs. Sie sitzt hinten in der Mitte in einem weißen Kleid. In ihrer Klasse sind dreißig Kinder. Soweit bekannt, sind fünfzehn dieser Kinder jüdisch. Neun von ihnen werden wie Anne den Holocaust nicht überleben.
Anne Frank in der Montessori-Schule 1940. Sie ist nun 11 Jahre alt. V.l.n.r. Martha v.d. Berg, Fräulein Godron, Anne und Rela Salomon. Rela ist ebenfalls Jüdin. Sie überlebt Bergen-Belsen und lebt heute in den USA.
Ab Reiner und Sol Kimel, zwei jüdische Klassenkameraden von Anne Frank. Sie tauchen unter, werden im Februar 1945 verhaftet und im Mai 1945 in Westerbork befreit. Beide leben heute in Israel.

Neuerwerbungen

In die Ausstellung wurden einige Neuerwerbungen aufgenommen. Andere Exponate wurden zuvor noch nie im Anne Frank Haus ausgestellt. Unter anderem sind ein Teeservice zu sehen und das Buch „Nederlandse Sagen en Legenden“ (Niederländische Sagen und Legenden). Anne schenkte beides dem Nachbarsmädchen Toosje Kupers, bevor sie untertauchen musste. Sie war damals dreizehn.

Das Teeservice, das Anne dem Nachbarsmädchen Toosje Kupers schenkte. Aus Anlass der Ausstellung hat Toos Kupers das Service dem Anne Frank Haus übereignet.
Einer von Annes ersten Briefen an ihre Großmutter in Basel, 18. Dezember 1936. Anne ist hier sieben Jahre alt. Dieser Brief wird zum ersten Mal im Anne Frank Haus gezeigt.

Die Ausstellung wird von Hannah Pick-Goslar eröffnet.

Die inzwischen 83-jährige Hannah Pick-Goslar erzählt von ihrer Freundschaft mit Anne. Die Freundinnen lernen sich im Kindergarten kennen und sprechen im Konzentrationslager Bergen-Belsen zum letzten Mal miteinander. Hannah überlebt das Lager und geht nach dem Krieg nach Israel.

Anne und Hanneli Goslar beim Spielen auf dem Merwedeplein, Mai 1940. Hier ist Anne fast elf.
Hannah Pick-Goslar bei der Eröffnung der Ausstellung über Anne Frank, 11. Oktober 2012.