Eine Wechselausstellung über das Theaterstück und den Film „The Diary of Anne Frank“. Die Ausstellung war in 2012-2013 im Anne Frank Haus zu sehen.

„Dieses Theaterstück ist ein Teil meines Lebens“

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1952 erscheint die Übersetzung des Tagebuchs der Anne Frank in den USA. Das Buch wird ein Bestseller, auch dank der begeisterten Rezension des Schriftstellers Meyer Levin in der New York Times. Das Theaterstück „The Diary of Anne Frank“ hat 1955 in New York Premiere. Otto Frank ist bei der Entstehung des Bühnentextes intensiv beteiligt, und er hilft den Schauspielern bei der Vorbereitung auf ihre Rolle. Das Theaterstück erobert die ganze Welt. Auch der gleichnamige Film einige Jahre später ist ein Erfolg.

Meyer Levin und das Theaterstück

Meyer Levin möchte gern eine Bühnenfassung des Tagebuchs schreiben. Theaterproduzenten halten seinen Text jedoch nicht für bühnentauglich.

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Ich hoffe, dass das Theaterstück möglichst viele Menschen anspricht und Verantwortungsbewusstsein für ihre Mitmenschen in ihnen weckt.

Otto Frank, 1955

Frances Goodrich und Albert Hackett

Meyer Levin möchte gern eine Bühnenfassung des Tagebuchs schreiben. Otto Frank zögert zunächst, willigt dann aber ein. Theaterproduzenten halten Meyer Levins Dramatisierung jedoch nicht für bühnentauglich. Daraufhin erhalten die Theaterautoren Frances Goodrich und Albert Hackett, ein Ehepaar, den Auftrag. „The Diary of Anne Frank“ hat 1955 in New York Premiere und erobert die ganze Welt. Auch der gleichnamige Film wenige Jahre später ist ein Erfolg.

Nederland, Amsterdam, Prinsengracht 263. Anne Frank Huis. December 1954. Otto Frank, het echtpaar Frances Goodrich en Albert Hackett (de makers van de toneelbewerking) en regisseur Garson Kanin in de  Kamer van Anne Frank en Fritz Pfeffer.
Otto Frank mit den Theaterautoren Frances Goodrich und Albert Hackett und dem Regisseur Garson Kanin im Zimmer von Anne Frank im Hinterhaus, Dezember 1954.

Joseph Schildkraut

Joseph Schildkraut spielt sowohl im Theaterstück als auch im Film die Rolle von Otto Frank. „The Diary of Anne Frank“ ist der Höhepunkt seiner Karriere. Das Anne Frank Haus hat im vergangenen Jahr einen Teil seines Nachlasses erworben. Einige besondere Exponate, ergänzt mit Objekten aus unserer eigenen Sammlung, sind in dieser Ausstellung zu sehen.

Otto Frank (links) und Joseph Schildkraut in der Rolle von Otto Frank.
Museale Collectie Anne Frank
Plakat der Uraufführung des Theaterstücks im Cort Theatre am Broadway 1955.

Schmerzlich

Otto Frank sieht sich weder das Theaterstück noch den Film an. Es ist für ihn zu schmerzlich. Er möchte aber, dass so viele Menschen wie möglich das Tagebuch seiner Tochter kennenlernen. Das ist nun sein wichtigstes Lebensziel. Deshalb ist er bei der Entstehung des Bühnentextes intensiv beteiligt, und er hilft den Schauspielern bei der Vorbereitung auf ihre Rolle.

Dieses Theaterstück ist ein Teil meines Lebens, und der Gedanke, dass meine Frau, meine Kinder und ich auf der Bühne dargestellt werden, ist für mich sehr schmerzlich. Darum kann und will ich das Stück nicht sehen.

Otto Frank, 1955
Otto Frank trifft die Schauspielerin Susan Strasberg. Sie spielt die Rolle von Anne im Theaterstück 1955.
Programmheft des Theaterstücks „The Diary of Anne Frank“ im Cort Theatre in New York, Oktober 1955. In den Hauptrollen: Joseph Schildkraut und Susan Strasberg.
Museale Collectie Anne Frank
Plakate für „Das Tagebuch der Anne Frank“ aus verschiedenen Ländern.

Verfilmung

1959 folgt die Verfilmung durch den Regisseur George Stevens. Millie Perkins spielt die Hauptrolle. Shelley Winters gewinnt einen Oscar als Darstellerin der Frau van Pels.

The Diary of Anne Frank Film VS
The Diary of Anne Frank Film VS
Eine Szene aus dem Film „The Diary of Anne Frank“ von George Stevens, mit Millie Perkins als Anne und Joseph Schildkraut als Otto Frank.

Weltberühmt

Das Theaterstück wird bis heute in zahlreichen Ländern aufgeführt. Zusammen mit dem Film hat es mit dazu beigetragen, dass Anne Frank und ihr Tagebuch weltberühmt wurden.

Das niederländische Plakat des Films „The Diary of Anne Frank“. Der Entwurf stammt von dem niederländischen Grafiker Herman Scheublein.

Meyer Levin In seinen Augen haben sie die Geschichte zu universell dargestellt.

Meyer Levin geht weiterhin gegen das Theaterstück von Goodrich und Hackett vor.

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