Otto lässt das Tagebuch seiner Tochter veröffentlichen.

Otto Frank und das Tagebuch

In seinen Kalender notiert Otto Frank am 25. Juni 1947: „Boek“ (Buch). Später sagt er über diesen Moment: „Wie stolz wäre Anne gewesen, wenn sie das erlebt hätte.“
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„Ich werde nicht unbedeutend bleiben, ich werde in der Welt und für die Menschen arbeiten“, schreibt Anne am 11. April 1944 ins Tagebuch. Otto lässt ihren Wunsch in Erfüllung gehen, indem er das Tagebuch seiner Tochter veröffentlicht. Erst auf Niederländisch, danach in anderen Sprachen. Das Buch wird ein weltweiter Erfolg, und Otto Frank führt mit mehreren Lesern einen intensiven Briefwechsel. Nach seinem Tod im Jahr 1980 hinterlässt er die Originale von Annes Tagebuchtexten dem niederländischen Staat.

Otto Frank und sein Anliegen

Otto ist bis zu seinem Tod mit den Aktivitäten des Anne Frank Hauses eng verbunden.

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Otto Frank met met het bestuur van de Anne Frank Stichting voor Prinsengracht 263 (1957)

Otto Frank und das Haus

Das Anne Frank Haus wird am 3. Mai 1960 als Museum eröffnet. Das Gebäude konnte dank einer Spendenaktion vor dem Abriss bewahrt werden.

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Juli 1968, zomerconferentie

Otto Frank und sein pädagogisches Anliegen

Otto will ein Haus für junge Menschen, das auf die Zukunft gerichtet ist. Ein Haus des Dialogs mit einer Mahnung aus der Vergangenheit.

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Als Otto erfährt, dass Anne und Margot den Krieg nicht überlebt haben, übergibt ihm Miep Gies Annes Tagebuchpapiere mit den Worten: „Das ist das Vermächtnis Ihrer Tochter.“ Otto liest im Tagebuch seiner Tochter, dass Anne ein Buch über die Zeit im Hinterhaus veröffentlichen wollte. Auch auf Drängen von Freunden beschließt er, Annes Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.

Weltberühmt

Nachdem der kurze Artikel „Kinderstem“ (Kinderstimme) des niederländischen Historikers Jan Romein am 3. April 1946 in der Zeitung Het Parool erscheint, zeigen mehrere Verlage Interesse, und am 25. Juni 1947 erscheint „Het Achterhuis. Dagboekbrieven van 14 juni 1942 tot 1 augustus 1944“ (Das Hinterhaus. Tagebuchbriefe 14. Juni 1942 – 1. August 1944). Schon bald folgen eine zweite und dritte Auflage, außerdem Übersetzungen: 1950 erscheint das Tagebuch auf Deutsch und Französisch, zwei Jahre später kommt eine englische Übersetzung. Dank der Übersetzungen in andere Sprachen wird Annes Tagebuch weltberühmt. Menschen jeden Alters lesen es. Das Theaterstück und der Film tragen in bedeutendem Maß dazu bei, dass Anne Frank weltweit bekannt wird. 

Intensiver Briefwechsel

Tausende Leser des Tagebuchs auf der ganzen Welt sind so begeistert, dass sie Otto Briefe schreiben, und mit manchen von ihnen kommt es zu einem intensiven Briefwechsel. Otto Frank sagt darüber: „Vor allem Jugendliche wollen immer wieder wissen, wie es zu diesen schrecklichen Ereignissen überhaupt kommen konnte. Ich antworte ihnen, so gut ich kann. Und am Schluss schreibe ich häufig: ‚Ich hoffe, dass Annes Buch eine Nachwirkung in Deinem späteren Leben haben wird, dass Du, soweit es in Deinem Kreis möglich ist, für Verständigung und Frieden arbeiten wirst.‘“

Nach Basel

Als Otto Frank 1952 zu seinen Verwandten nach Basel zieht, nimmt er Annes Tagebücher mit. 1963 gründet Otto Frank in Basel den Anne Frank Fonds. Die Erlöse, die der Fonds mit dem Verkauf von Büchern und Lizenzen erzielt, sollen für karitative und pädagogische Projekte weltweit verwendet werden, darunter die des Anne Frank Hauses. Otto Frank unterstützt die Aktivitäten des Anne Frank Hauses großherzig. 

Am 25. Juni 1947 erscheint Annes Tagebuch unter dem Titel „Het Achterhuis. Dagboekbrieven van 14 juni 1942 tot 1 augustus 1944“ in einer Auflage von 3000 Exemplaren.

Das Tagebuch als „dokument humain“

Über die Popularität des Tagebuchs seiner Tochter sagt Otto 1979 in einem Interview mit dem Basler Magazin: „Die Jugend erfährt ja in der Schule wenig oder fast nichts über diese Zeit. Den meisten Lesern geht erst beim Lesen dieses Buchs ein Licht auf. Insofern erfüllt die Arbeit meiner Tochter in der Tat die Aufgabe, Geschichte zu vermitteln. Aber es geht dabei nicht allein um die Judenfrage. Sonst hätte das Buch nicht diese enorme Verbreitung finden können, würde es beispielsweise nicht mit dieser Begeisterung auch in Japan gelesen oder in Indien. Sondern das Tagebuch ist im wesentlichen doch darüber hinaus ein ‚dokument humain‘. Aus den Briefen, die mir zugehen, geht eben auch sehr stark das Moment der Identifikation hervor durch Annes Glauben, nämlich ihren ungeheuer starken Optimismus, den sich junge Menschen dann zum Vorbild nehmen. Anne ist aber in vielen Ländern auch ein Symbol für Verständigung und Frieden geworden.”

Anne ist aber in vielen Ländern auch ein Symbol für Verständigung und Frieden geworden.

Otto Frank, Basler Magazin, 24. Februar 1979

Annes Tagebücher werden dem niederländischen Staat hinterlassen

Am 19. August 1980 stirbt Otto Frank. Die Originale der Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank, sein teuerster Besitz, hinterlässt er dem niederländischen Staat. Das „Reichsinstitut für Kriegsdokumentation“ (damals RIOD, heute NIOD) verwaltet dieses Erbe und überlässt Anne Franks originale Aufzeichnungen im Jahr 2009 als Dauerleihgabe dem Anne Frank Haus in Amsterdam. Anne Franks Tagebücher werden im Anne Frank Haus ausgestellt.

Siehe auch

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