© Het Parool
Dreihundert Juden in der ganzen Stadt verhaftet
Am 11. Juni werden in der ganzen Stadt dreihundert Juden verhaftet. Die meisten werden von der Amsterdamer Polizei, die vom Sicherheitsdienst die Adressen erhalten hat, aus ihren Wohnungen geholt.
Es ist eine Vergeltungsaktion für die Bombenanschläge, die kurz zuvor auf die Gebäude der deutschen Wehrmacht an der Bernhard Zweerskade und der Schubertstraat sowie auf die Fernsprechzentrale der Luftwaffe auf dem Flughafen Schiphol verübt wurden und bei denen ein Soldat schwer verletzt wurde.
Die meisten der Verhafteten sind junge Männer. Sie werden in das KZ Mauthausen deportiert, und keiner von ihnen überlebt. Als die Todesnachrichten eintreffen, wird Mauthausen für die Bürger Amsterdams ein Ort des Schreckens; das nutzen die Besatzer und drohen mit Mauthausen, wenn gegen ihre Regeln verstoßen wird. Die Widerstandszeitung Het Parool schreibt darüber am 23. Juni.
Die Verfolgung der Juden
Kurz nach der Machtübertragung an Hitler beginnt in Deutschland die Judenverfolgung. Die Nazis planen, alle Juden aus Deutschland zu entfernen. Sie isolieren Juden von der übrigen Bevölkerung. Misshandlungen und die Zerstörung jüdischen Eigentums gehören irgendwann zur Tagesordnung. In den besetzten Ländern setzen die Nazis diese Praxis fort. Einige Juden werden als Zwangsarbeiter eingesetzt, die meisten aber werden auf systematische Weise ermordet. Der größte Teil der Juden in den Niederlanden wird in Konzentrationslager verschleppt und in Gaskammern ermordet. Die Ermordung der Juden Europas – insgesamt sechs Millionen – wird auch als Holocaust oder Schoah bezeichnet.
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