© Stadsarchief Amsterdam / J. van Dijk
Eröffnung von Lippmann, Rosenthal & Co. an der Sarphatistraat
Am 8. August 1941 eröffnen Lippmann, Rosenthal & Co. Sarphatistraat. Es ist der Name einer renommierten Bank, doch die hat hier nur eine Zweigstelle zur Tarnung. Bei Lippmann, Rosenthal & Co. Sarphatistraat handelt es sich überhaupt nicht um eine Bank. Der Kurzname der von den Deutschen gelenkten Institution lautet „LiRo“.
Juden und jüdische Finanzinstitutionen müssen von nun an sämtliche Vermögenswerte wie Bargeld und Aktien registrieren lassen und bei LiRo deponieren. Sie dürfen keine Konten mehr bei anderen Banken besitzen. Im September muss auch jüdischer Grundbesitz gemeldet werden. Ab November dürfen Juden die Börse nicht mehr betreten.
Ab Januar 1942 werden die Aktien von Juden an der Börse verkauft. Die Erträge bekommen nicht die ursprünglichen Besitzer, sondern LiRo. Mit dem Geld wird u.a. die Deportation von Juden – der Transport mit Straßenbahnen und Zügen – bezahlt.
Beraubung von Juden
Die deutsche Besatzungsmacht nimmt Juden ihre Arbeit, ihr Geld und ihr Eigentum und treibt sie so in eine ausweglose Position. Juden dürfen schon bald keine Firmen mehr besitzen, aber auch nicht für Nichtjuden arbeiten, und sie dürfen auch kein Bankkonto mehr haben. Nach den Deportationen werden ihre Wohnungen ausgeräumt.
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