© Anne Frank Stichting / Anne Frank Fonds Bazel
Anne in der neuen Schule
Anne Frank lächelt in die Kamera des Schulfotografen. Das Foto entsteht am 11. Dezember 1941, als Anne zwölf ist. Auch von ihrer Schwester Margot gibt es so ein Foto, und von vielen ihrer Klassenkameraden. Anne geht seit dem 1. Oktober 1941 in das Jüdische Gymnasium.
Auf Befehl der Nazis müssen jüdische Kinder die Schulen verlassen, die sie bisher besucht haben. Für sie werden spezielle jüdische Schulen gegründet. Jüdische Lehrer sind bereits vorher entlassen worden, da Juden nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen. In den jüdischen Schulen finden sie wieder Arbeit. Trotz des schlimmen Anlasses haben viele jüdische Schüler gute Erinnerungen an das Jüdische Gymnasium. Sie hatten dort gute und engagierte Lehrer und fühlten sich trotz allem sicher.
Abschied
In ihrem Tagebuch schreibt Anne über den Abschied von ihrer Lehrerin, Frau Kuperus: „Wir nahmen einen herzergreifenden Abschied am Ende des Schuljahres und weinten alle zwei, denn ich wurde am jüdischen Lyzeum angenommen, wo Margot auch hinging.“
- Anne Frank, 20. Juni 1942.
Fräulein Schnatterbeck
Im Jüdischen Gymnasium kennen viele Anne als witziges Mädchen, das gern im Mittelpunkt steht. Anne kommt mit allen Lehrern gut aus. Nur Herr Keesing, ihr Mathelehrer, ist eine Weile böse auf sie, weil sie so viel schwätzt. Als Strafarbeit soll sie einen Aufsatz schreiben mit dem Titel: „Queck, queck, queck, sagte Fräulein Schnatterbeck“. Anne schreibt ein Gedicht, über das alle sehr lachen müssen, auch Herr Keesing. Von da an nennt er sie „Fräulein Schnatterbeck“.
Mehr über das Joods Lyceum
Dienke Hondius verfasste in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Schülerin Miep Gompes-Lobatto eine kurze Geschichte des Joods Lyceum: Absent: herinneringen aan het Joods Lyceum Amsterdam, 1941-1943 (Amsterdam: Vassallucci 2001).
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Für Juden verboten
Die Besatzungsmacht führt viele Maßnahmen ein, um Juden und Nichtjuden voneinander zu trennen. Juden werden dadurch immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben herausgedrängt und können schließlich ohne große Widerstände völlig entrechtet und deportiert werden.
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