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Nol Escher – „Drei Sterne und vier normale Kinder“
„Geht mal rüber, Monopoly spielen, sagt meine Mutter. Die jüdischen Kinder, die auf der anderen Straßenseite wohnen, wollen auch mal andere Kinder sehen. Sie dürfen nicht oft auf der Straße sein, sie müssen meist im Haus bleiben. Also spielen wir zu siebt Monopoly. Drei Sterne und vier normale Kinder.
Ich sitze dem Mädchen mit dem Stern gegenüber, die anderen beiden sind Jungs. Sie hat eine schöne, dunkle Haut, dunkelbraune Augen, dunkle Haare und ein ständiges, trauriges Lächeln. Sie tut aber so, als ob sie fröhlich sei. Ich gucke oft auf den Stern, er ist goldgelb, und in komischen Buchstaben steht in der Mitte JUDE. Jude? Das ist doch so ein ekeliger, alter, krummer Mann mit einer riesengroßen Nase, einem verschlissenen langen Mantel, tückischen Augen und einem Fusselbart? Und an diesem hübschen, sanften Mädchen steht JUDE.“
Quelle: Fragment aus Nol Escher: Trompetten in de verte: een novelle, herausgegeben von Emilie Escher, Tochter des Autors Nol Escher.
Nol Escher
Nol Escher ist acht, als die Niederlande besetzt werden. Die Menschen, die an der Küste leben, müssen ihre Wohnorte verlassen. Die Familie Escher zieht von Bentveld, einem Dorf in den Dünen bei Zandvoort, nach Amsterdam. Weihnachten 1942 beziehen sie eine Wohnung an der Noorder Amstellaan 190, in der zuvor Juden gewohnt haben. Im Juni 1945 kehrt die Familie Escher nach Bentveld zurück.
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