Uit: Oorlogsgetuigen : 8 filmportretten door Pieter Fleury (1989)
Ted Musaph – „Dann hatte ich auch keinen Mut mehr“
Die Hollandsche Schouwburg ist der Sammelplatz für die Juden, die in das Durchgangslager Westerbork gebracht werden. Kinder sind dort bis zur Deportation in einem jüdischen Hort auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Leitung und einigen Betreuerinnen gelingt es, Kinder aus dem Hort zu schmuggeln und Leuten zu übergeben, die sie in geeignete Verstecke bringen. „Tee“, die blonden Kinder, geht nach Friesland, „Kaffee“, die dunkelhaarigen Kinder, nach Limburg. Schätzungsweise tausend Kinder wurden auf diese Weise gerettet.
Mit Hilfe des Widerstandes kann Ted zum Kinderhort auf der anderen Straßenseite entkommen. Dort ist sie ganz auf sich allein gestellt. Sie weiß nicht ein noch aus; sie hat kein Geld und keine Papiere. Schließlich steigt sie doch in den Zug nach Westerbork.
Quelle: Fragment aus Oorlogsgetuigen: 8 filmportretten von Pieter Fleury.
Zur Hintergrundgeschichte
Ted Musaph
Ted Musaph ist fünfzehn, als ihre Familie am 19. April 1943 auf Anordnung der Deutschen von Utrecht nach Amsterdam umziehen muss. Im Juni 1943 wird ihre Familie bei einer Razzia verhaftet. Ted hatte sich in der Wohnung unter den Fußbodendielen versteckt. Sie taucht danach unter, wird jedoch verraten und in die Hollandsche Schouwburg gebracht. Der Widerstand hilft ihr zu fliehen, aber sie ist allein und hat weder Geld noch Papiere. Deshalb steigt sie in den Zug und fährt in das Lager Westerbork, wo ihre Familie ist. 1944 wird die ganze Familie nach Bergen-Belsen deportiert. Teds Vater stirbt dort. Ted und ihre Mutter, ihr Bruder und ihre Schwester überleben.
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