Zurück Weiter

Zurück

Zum vorigen Punkt in der Zeitleiste

Weiter

Zum folgenden Punkt in der Zeitleiste

1944 Entdeckt und verhaftet

Boris Kowadlo – Es gibt kein Essen mehr zu kaufen

„In Amsterdam hat der Hunger stark zugenommen, es gibt keinen Brennstoff mehr, kein Gas, keinen Strom und wenig Brot. Tausend Gramm Brot für eine Woche und ein Kilo Kartoffeln in der Woche, das ist alles, was wir auf Marken bekommen. Stell dir mal vor: ein Brot für die ganze Woche! Es gibt keine Butter und auch andere Waren sind nicht zu bekommen.

Auch gegen Geld sind diese Lebensmittel nicht erhältlich. Ein Pfund Butter kostet neunzig Gulden. Und wenn man doch was ergattern kann, wollen die Bauern, die selber noch genug zu essen haben, kein Geld dafür, sondern sie wollen andere Dinge für ihre Kartoffeln. Gold und Silber und Edelsteine, das wollen die Bauern für ihre Lebensmittel haben.“

 

Quelle: Bernadette van Woerkom: Boris Kowadlo. Fotograaf tussen herinnering en toekomst. Aus dem Jiddischen von Ariane Zwiers.

  • Drucken

Hungerwinter

Der Winter 1944/45 ist als „Hungerwinter“ in der Erinnerung geblieben. Es herrscht großer Mangel an Nahrung und Brennstoff, insbesondere in den großen Städten im Westen der Niederlande. Dieser Teil des Landes ist von der Lebensmittel- und Kohlenzufuhr abgeschnitten, da die Alliierten inzwischen die südlichen Niederlande befreit haben und die Deutschen so viele Waren wie möglich für sich behalten und nach Deutschland schaffen. Mehr als 20.000 Menschen sterben an den Folgen von Hunger und Kälte.

mehr zu diesem Thema

1933 Auf der Suche nach einem sicheren Leben

Die Franks möchten sich, wie viele andere Juden im nationalsozialistischen Deutschland, in Sicherheit bringen. Otto Frank reist schon vor und gründet in Amsterdam seine Handelsniederlassung für Opekta.

1938 Viele jüdische Flüchtlinge nach den Novemberpogromen

Nach den Novemberpogromen fliehen mehr Juden in die Niederlande. Auch Prinzessin Juliana fühlt sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Während der Aufnahme von Juden mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, treten NSB-Leute zunehmend militanter in Erscheinung.

1940 Amsterdam besetzt

Für die Familie Frank ändert sich nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst noch nicht so viel. Opekta zieht in die Prinsengracht um. Bombenangriffe fordern Tote und Verletzte in Amsterdam.

1940  Amsterdam besetzt

1941 Juden haben immer weniger Rechte

Es beginnt mit einem Kinoverbot, aber schon bald werden Juden praktisch überall aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Jüdische Kinder müssen gesonderte Schulen besuchen, also auch Anne und Margot Frank.

1941  Juden haben immer weniger Rechte

1942 Es wird immer gefährlicher für Juden

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Ein paar Tage später schreibt sie etwas über die Lage in Amsterdam. Der gelbe Stern wird eingeführt, und die ersten Razzien finden statt. Im Juli taucht die Familie Frank unter.

1942  Es wird immer gefährlicher für Juden

1943 Deportationen und Anschläge

Während die Familie Frank im Versteck lebt, werden mehrere tausend Juden aus Amsterdam deportiert. Der Widerstand versucht, die Deportationen durch Anschläge auf u.a. das Bevölkerungsregister zu vereiteln. Aber es nützt nicht viel.

1943  Deportationen und Anschläge

1944 Entdeckt und verhaftet

Am 4. August werden Anne und die anderen im Hinterhaus entdeckt und verhaftet. Über Westerbork werden sie nach Auschwitz deportiert. Als die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze passieren, entsteht kurzzeitig die Hoffnung auf eine rasche Befreiung. Deutsche Soldaten und NSB-Leute ergreifen nach dem „Dolle Dinsdag“ (Verrückten Dienstag) die Flucht.

1944  Entdeckt und verhaftet

1945 Der Hungerwinter fordert seinen Tribut

Amsterdam leidet unter dem Hungerwinter. Viele Menschen verhungern oder erfrieren. Edith, Margot und Anne Frank sterben im Konzentrationslager. Otto Frank überlebt als einziger. Die Kanadier erreichen Amsterdam.

1945 Freude und Kummer

Bei einem Fest auf dem Dam am 7. Mai schießen deutsche Soldaten in die Menge. Es gibt mehrere Todesopfer. Am 8. Mai wird Amsterdam endgültig befreit. Otto Frank kehrt zurück. Er weiß bereits, dass Edith tot ist. Dass seine beiden Töchter nicht überlebt haben, erfährt er erst später.

1945  Freude und Kummer

1946 Langsam nimmt das Leben wieder seinen Lauf

Am 3. Mai 1946 findet der erste offizielle Totengedenktag statt. Anne Franks Tagebuch wird am 25. Juni 1947 veröffentlicht. In Amsterdam nimmt das normale Leben langsam wieder seinen Lauf. Nur 10.000 der 70.000 Juden, die 1940 in der Stadt wohnten, haben den Krieg überlebt.

1950 Bleibende Erinnerung

Auch wenn seit der Befreiung schon fünf Jahre vergangen sind, hat der Krieg noch einen deutlichen Nachhall. Die jüdische Gemeinschaft dankt der Stadt Amsterdam mit einem Denkmal für die Hilfe, die sie den Juden geleistet hat.

1950  Bleibende Erinnerung
  • 1950
  • Den Beschützern der niederländischen Juden in den Besatzungsjahren. Beschützt durch Ihre Liebe. Gestärkt durch Ihren Widerstand. Trauernd mit Ihnen.

    Teil der Inschrift des Denkmals „Jüdische Dankbarkeit“
  • picture:Einmal im Jahr zwei Schweigeminuten

Die Zeitleiste wird geladen

In was für einer Stadt lebte Anne Frank?

Wie die deutsche Besatzung und die Judenverfolgung Amsterdam gezeichnet haben

Achtung, hier steht noch mehr

Scroll weiter, um dir alles anzusehen.

 

 

Sluiten

Anne Franks Amsterdam aus der Vogelperspektive

Die wichtigsten Orte und Geschichten aus Anne Franks Amsterdam. Klicke die Zeitleiste an und erfahre, wie sich Amsterdam ab 1933 von einem Zufluchtsort in eine besetzte Stadt verwandelt. Klicke zum Vergrößern auf das kleine Pluszeichen links. Die Orte auf der Karte lassen sich dann besser anklicken.