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Schon bald nach dem Krieg wird mit der Behebung der Kriegsschäden begonnen. Die Besatzungsmacht, die Bombardierungen der Alliierten und der Hungerwinter haben nicht nur materiellen Schaden angerichtet. Viele Menschen leiden unter seelischen und körperlichen Beschwerden, verursacht durch ihre Kriegserfahrungen. Aufgrund der Arbeitslosigkeit herrscht außerdem Armut.
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Die Franks möchten sich, wie viele andere Juden im nationalsozialistischen Deutschland, in Sicherheit bringen. Otto Frank reist schon vor und gründet in Amsterdam seine Handelsniederlassung für Opekta.
„Da wir Juden sind, ging mein Vater 1933 in die Niederlande.“
Ich weiß noch, wie das war, als ich Arbeit suchte, es war so schwer, etwas zu bekommen, dass ich unterwegs weinte.
Ab Juni wird nur noch eine begrenzte Zahl von Flüchtlingen aus Deutschland aufgenommen. Auch Amsterdam leidet unter der weltweiten Wirtschaftskrise. Anhänger verschiedener politischer Richtungen geraten regelmäßig miteinander in Konflikt.
Ich habe viele schlechte Zeiten durchgemacht. Ich hatte keine Arbeit. Ich konnte mich noch so anstrengen, Arbeit zu finden, es hat einfach nicht geklappt ...
Anne Frank geht zur Schule. In dem Neubauviertel, in dem sie wohnt, kann sie unbesorgt mit ihren Freundinnen spielen. Aber im alten Zentrum von Amsterdam kommt es immer öfter zu antisemitischen Aktionen von Nazi-Anhängern.
Fröhliche Augen hatte sie … Sie war ein lebendiges Kind …
Otto Franks Firma Opekta wird in den Niederlanden immer bekannter, und es geht der Familie gut. In Amsterdam nimmt der Protest gegen den Antisemitismus zu. Andererseits bekommt die NSB immer mehr Zulauf.
Wir wollten gern gute Deutsche sein
Die Familie Frank lebt sich immer besser ein und tritt der Liberalen Jüdischen Gemeinde bei. Arbeiter vereinigen sich, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.
Zum Glück sind wir gesund und hoffen mit allen anderen auf bessere Zeiten.
Nach den Novemberpogromen fliehen mehr Juden in die Niederlande. Auch Prinzessin Juliana fühlt sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Während der Aufnahme von Juden mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, treten NSB-Leute zunehmend militanter in Erscheinung.
Anne Frank war kein Wunderkind. Sie war sympathisch. Dass sie Schriftstellerin werden wollte, weiß ich auch noch.
Anne Frank feiert unbeschwert ihren zehnten Geburtstag. Unterdessen nimmt die Kriegsbedrohung zu. Luftschutzräume werden eingerichtet, und am 29. August erfolgt die Mobilmachung aller niederländischen Wehrpflichtigen.
Ende der dreißiger Jahre flohen immer mehr Juden aus Deutschland nach Amsterdam.
Für die Familie Frank ändert sich nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst noch nicht so viel. Opekta zieht in die Prinsengracht um. Bombenangriffe fordern Tote und Verletzte in Amsterdam.
Als wir in IJmuiden ankamen, fuhr uns gerade das letzte Schiff vor der Nase weg.
Es beginnt mit einem Kinoverbot, aber schon bald werden Juden praktisch überall aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Jüdische Kinder müssen gesonderte Schulen besuchen, also auch Anne und Margot Frank.
Viele Orte durften wir schon nicht mehr besuchen
Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Ein paar Tage später schreibt sie etwas über die Lage in Amsterdam. Der gelbe Stern wird eingeführt, und die ersten Razzien finden statt. Im Juli taucht die Familie Frank unter.
Eines Tages war Greetje nicht mehr da. Weg aus der Schouwburg. Spurlos verschwunden. Als hätte es sie nie gegeben.
Nach der Einführung des Sterns begannen die echten Razzien. Nachbarn und Freunde erhielten Aufforderungen, sich zu melden. Nach der Sperrstunde wurden die Straßen abgesperrt und die Brücken hochgezogen.
Als ich eintrat, wusste ich sofort, dass etwas Schreckliches passiert war. Alle Bühnendekorationen und anderen Dinge waren fort, es sah aus wie in einem Haus, das Einbrecher ausgeräumt haben.
Heute morgen kam Miep und erzählte wieder, dass sie gestern abend in Süd wieder Juden abgeholt haben.
Während die Familie Frank im Versteck lebt, werden mehrere tausend Juden aus Amsterdam deportiert. Der Widerstand versucht, die Deportationen durch Anschläge auf u.a. das Bevölkerungsregister zu vereiteln. Aber es nützt nicht viel.
Wenn die Berichte von draußen immer schlimmer werden, hilft das Radio mit seiner Wunderstimme, dass wir den Mut nicht verlieren.
Dass das Standesamt bei dem Brand neulich noch mal zusätzlich von den Feuerwehrleuten zugerichtet worden ist, die, statt das Feuer zu löschen, den ganzen Kram unter Wasser gesetzt haben, macht mir Spaß!
„Die ganze Ecke Vijzelstraat-Singel ist abgebrannt. (…) Die Luftangriffe auf deutsche Städte werden von Tag zu Tag stärker. Wir haben keine Nacht mehr Ruhe.“
Am 4. August werden Anne und die anderen im Hinterhaus entdeckt und verhaftet. Über Westerbork werden sie nach Auschwitz deportiert. Als die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze passieren, entsteht kurzzeitig die Hoffnung auf eine rasche Befreiung. Deutsche Soldaten und NSB-Leute ergreifen nach dem „Dolle Dinsdag“ (Verrückten Dienstag) die Flucht.
Es wird bekannt gegeben, dass die alliierten Truppen sich auf holländischem Boden befinden.
Es gibt kein Essen mehr zu kaufen
Amsterdam leidet unter dem Hungerwinter. Viele Menschen verhungern oder erfrieren. Edith, Margot und Anne Frank sterben im Konzentrationslager. Otto Frank überlebt als einziger. Die Kanadier erreichen Amsterdam.
Schlange stehen, immerzu Schlange stehen. Überall sieht man Menschenschlangen.
Bei einem Fest auf dem Dam am 7. Mai schießen deutsche Soldaten in die Menge. Es gibt mehrere Todesopfer. Am 8. Mai wird Amsterdam endgültig befreit. Otto Frank kehrt zurück. Er weiß bereits, dass Edith tot ist. Dass seine beiden Töchter nicht überlebt haben, erfährt er erst später.
Als ich nach Amsterdam zurückkam, war alles zerstört
Wir standen uns gegenüber. Stumm. Endlich sprach Frank. ‚Miep’, sagte er leise. ‚Edith kommt nicht zurück, Miep.
Am 3. Mai 1946 findet der erste offizielle Totengedenktag statt. Anne Franks Tagebuch wird am 25. Juni 1947 veröffentlicht. In Amsterdam nimmt das normale Leben langsam wieder seinen Lauf. Nur 10.000 der 70.000 Juden, die 1940 in der Stadt wohnten, haben den Krieg überlebt.
Für mich ist in diesem scheinbar unbedeutenden Tagebuch eines Kindes die ganze Abscheulichkeit des Faschismus verkörpert, mehr als in den gesamten Akten der Nürnberger Prozesse.
Auch wenn seit der Befreiung schon fünf Jahre vergangen sind, hat der Krieg noch einen deutlichen Nachhall. Die jüdische Gemeinschaft dankt der Stadt Amsterdam mit einem Denkmal für die Hilfe, die sie den Juden geleistet hat.
Den Beschützern der niederländischen Juden in den Besatzungsjahren. Beschützt durch Ihre Liebe. Gestärkt durch Ihren Widerstand. Trauernd mit Ihnen.
Aufgrund der Wirtschaftskrise herrschen Armut und Arbeitslosigkeit in der Stadt. Seit 1931 existiert die NSB, aber es gibt auch Proteste gegen die Ausgrenzung und Entrechtung der Juden in Deutschland.
Die Nazis besetzen die Niederlande und erlassen bald ständig neue antijüdische Gesetze und Verordnungen. 1943 wird Amsterdam offiziell als „judenfrei“ erklärt.
Amsterdam erholt sich langsam wieder. Aber nach der Auslöschung des größten Teils der jüdischen Bevölkerung wird die Stadt nie mehr dieselbe sein.
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Wie die deutsche Besatzung und die Judenverfolgung Amsterdam gezeichnet haben
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