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Nol Escher - „Wir sind frei, wir sind frei, wir sind frei!“
„In der Aula hält der Rektor eine Rede zur Befreiung, und wir singen patriotische Lieder. Dann gehen wir alle auf die Straße: Wir müssen um 1 Uhr auf dem Westermarkt sein, von da aus führt ein Festzug zum Dam. Überall Musik, Fahnen, Tanzen, Singen. In der Ferne, vor den Treppen des Palastes, sehe ich das Podium, auf dem die bedeutenden Menschen stehen.
Wir singen das Wilhelmus [die niederländische Hymne], und es folgen lange, unverständliche Ansprachen, bis sich plötzlich eine der kleinen Figuren auf dem Podium aus der Gruppe löst. Der Mann drängt sich hinters Rednerpult, winkt mit beiden Armen und ruft: „Wir sind frei, wir sind frei, wir sind frei!“ Donnernder Jubel ist die Antwort. Reihenweise fallen Leute in Ohnmacht.“
Quelle: Fragment aus Nol Escher: Trompetten in de verte: een novelle, herausgegeben von Emilie Escher, Tochter des Autors Nol Escher.
Nol Escher
Nol Escher ist acht, als die Niederlande besetzt werden. Die Menschen, die an der Küste leben, müssen ihre Wohnorte verlassen. Die Familie Escher zieht von Bentveld, einem Dorf in den Dünen bei Zandvoort, nach Amsterdam. Weihnachten 1942 beziehen sie eine Wohnung an der Noorder Amstellaan 190, in der zuvor Juden gewohnt haben. Im Juni 1945 kehrt die Familie Escher nach Bentveld zurück.
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