Boris Kowadlo – 'Ich habe viele schlechte Zeiten durchgemacht'
„Ich habe viele schlechte Zeiten durchgemacht. Ich hatte keine Arbeit. Ich konnte mich noch so anstrengen, Arbeit zu finden, es hat einfach nicht geklappt. Die Arbeit, die ich privat gemacht habe, hat zum Leben nicht gereicht.
Es war eine Hungerzeit, und ich habe jede Gelegenheit wahrgenommen, wenn mich Freunde zum Essen eingeladen haben. Aber das kam nicht so oft vor.
Und oft bin ich den ganzen Tag mit leerem Magen herumgelaufen und habe dann schließlich bei einem Freund angeklopft und ihn gebeten, mir etwas Geld zu leihen, damit ich mir Brot kaufen konnte.“
Quelle: Bernadette van Woerkom: Boris Kowadlo. Fotograaf tussen herinnering en toekomst. Aus dem Jiddischen von Ariane Zwiers.
Boris Kowadlo
Der polnische Jude Boris Kowadlo kommt in den dreißiger Jahren in die Niederlande. Wegen der Wirtschaftskrise findet er als Fotograf kaum Arbeit. In der Besatzungszeit taucht er unter, und in den letzten Monaten vor der Befreiung ist er für die Untergrundorganisation „De Ondergedoken Camera“ (Die Untergetauchte Kamera) aktiv. Nach dem Krieg setzt Kowadlo mit einer beeindruckenden Fotoserie die Verwüstungen im jüdischen Viertel ins Bild.
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