Unruhen im Jordaan und an anderen Orten in Amsterdam
Auch Amsterdam wird in den 30er Jahren von der weltweiten Wirtschaftskrise hart getroffen. Viele Amsterdamer werden arbeitslos. Mitte der 30er Jahre sind rund 50.000 Menschen in der Stadt auf Arbeitslosengeld angewiesen. Das ist eine schwere Last für Amsterdam. Um die Schulden zu begrenzen, ergreift die Stadt Sparmaßnahmen in fast allen Bereichen, auch beim Arbeitslosengeld.
Das stößt bei den arbeitslosen Arbeitern in Amsterdam auf Unmut. Am 4. Juli 1934 organisiert ein von der Kommunistischen Partei gegründetes Arbeitslosen-Komitee eine Protestveranstaltung im Haus „De Harmonie“ an der Rozengracht. Von dort aus ziehen Arbeiter in die Stadt, und es kommt überall zu Kämpfen zwischen Demonstranten und Polizei. Am größten ist die Unruhe im Jordaan, wo viele Arbeiter wohnen.
Am nächsten Tag ist der Aufstand noch nicht vorbei. Arbeiter kämpfen gegen die Polizei, und Geschäfte werden geplündert. Im nördlichen Teil des Jordaan errichten die Arbeiter Barrikaden und ziehen die Brücken hoch. Die Polizei wagt sich nicht mehr dort hin. Am 7. Juli gewinnt die Amsterdamer Polizei die Kontrolle über das Gebiet zurück.
Die Proteste waren erfolglos: Die Kürzung des Arbeitslosengeldes bleibt in Kraft.
Jordaan
Amsterdamer Arbeiterviertel westlich der Prinsengracht mit der Noorderkerk auf dem Noordermarkt. In der Besatzungszeit ist dort ein Luftschutzraum. Beim Eingang der Kirche steht eine Figurengruppe aus Bronze zur Erinnerung an den Jordaan-Aufstand im Juli 1934. An der Fassade der Kirche sind Plaketten angebracht, die an den Aufruf zum Februarstreik und an die im Zweiten Weltkrieg umgekommenen Menschen aus dem Viertel erinnern.
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