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1936 Wachsende Proteste gegen Antisemitismus
Merwedeplein
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Fotocollectie Anne Frank Stichting / Erven Goldberg (fotobewerking: Michel Danckaarts)

Annes Gedicht

Es ist 1936. Anne wohnt nun schon zwei Jahre am Merwedeplein 37. Sanne Ledermann (Mitte) ist eine ihrer besten Freundinnen.

Sie ist 1933 mit ihrer Familie aus Berlin in die Niederlande geflüchtet. Sie wohnt in Annes Nachbarschaft. Sannes ältere Schwester Barbara ist mit Margot befreundet, Annes älterer Schwester.

Miteinander Deutsch sprechen

Das Mädchen links ist Eva Goldberg. Sie spielt oft mit den anderen Mädchen, wenn sie bei ihren beiden Tanten am Merwedeplein zu Besuch ist. Sie spricht nur Deutsch und kann deshalb nicht so leicht mit niederländischen Kindern spielen.

Abschied von Eva

Dieses Foto hat Evas Mutter aufgenommen. Eva und Anne bleiben Freundinnen, bis Eva 1939 mit ihrer Familie nach England weiterreist.

Zum Andenken schreibt Anne ihr ein Gedicht ins Poesiealbum:
„Liebe Eva,
Mit vielen teile Deine Freuden,
Mit allen Munterkeit und Scherz.
Mit wenigen nur Deine Leiden!
Mit Auserwählten nur Dein Herz.
Zur Erinnerung
an Deine Freundin Anne Frank“
29.1.1939

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Anne Frank

Anne Frank kommt 1934 aus Deutschland in die Niederlande. Zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester Margot wohnt sie am Merwedeplein in Amsterdam. Im sogenannten Fluss-Viertel finden immer mehr jüdische Flüchtlinge aus Deutschland eine neue Heimat. Anne fühlt sich dort zu Hause und lernt die neue Sprache schnell.

Diese glückliche Zeit ist vorbei, als Deutschland im Mai 1940 die Niederlande besetzt. Die Familie Frank taucht 1942 unter und versteckt sich im Hinterhaus. Mehr als zwei Jahre lang gelingt es ihr, sich der Verfolgung zu entziehen.

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1933 Auf der Suche nach einem sicheren Leben

Die Franks möchten sich, wie viele andere Juden im nationalsozialistischen Deutschland, in Sicherheit bringen. Otto Frank reist schon vor und gründet in Amsterdam seine Handelsniederlassung für Opekta.

1938 Viele jüdische Flüchtlinge nach den Novemberpogromen

Nach den Novemberpogromen fliehen mehr Juden in die Niederlande. Auch Prinzessin Juliana fühlt sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Während der Aufnahme von Juden mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, treten NSB-Leute zunehmend militanter in Erscheinung.

1940 Amsterdam besetzt

Für die Familie Frank ändert sich nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst noch nicht so viel. Opekta zieht in die Prinsengracht um. Bombenangriffe fordern Tote und Verletzte in Amsterdam.

1940  Amsterdam besetzt

1941 Juden haben immer weniger Rechte

Es beginnt mit einem Kinoverbot, aber schon bald werden Juden praktisch überall aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Jüdische Kinder müssen gesonderte Schulen besuchen, also auch Anne und Margot Frank.

1941  Juden haben immer weniger Rechte

1942 Es wird immer gefährlicher für Juden

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Ein paar Tage später schreibt sie etwas über die Lage in Amsterdam. Der gelbe Stern wird eingeführt, und die ersten Razzien finden statt. Im Juli taucht die Familie Frank unter.

1942  Es wird immer gefährlicher für Juden

1943 Deportationen und Anschläge

Während die Familie Frank im Versteck lebt, werden mehrere tausend Juden aus Amsterdam deportiert. Der Widerstand versucht, die Deportationen durch Anschläge auf u.a. das Bevölkerungsregister zu vereiteln. Aber es nützt nicht viel.

1943  Deportationen und Anschläge

1944 Entdeckt und verhaftet

Am 4. August werden Anne und die anderen im Hinterhaus entdeckt und verhaftet. Über Westerbork werden sie nach Auschwitz deportiert. Als die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze passieren, entsteht kurzzeitig die Hoffnung auf eine rasche Befreiung. Deutsche Soldaten und NSB-Leute ergreifen nach dem „Dolle Dinsdag“ (Verrückten Dienstag) die Flucht.

1944  Entdeckt und verhaftet

1945 Der Hungerwinter fordert seinen Tribut

Amsterdam leidet unter dem Hungerwinter. Viele Menschen verhungern oder erfrieren. Edith, Margot und Anne Frank sterben im Konzentrationslager. Otto Frank überlebt als einziger. Die Kanadier erreichen Amsterdam.

1945 Freude und Kummer

Bei einem Fest auf dem Dam am 7. Mai schießen deutsche Soldaten in die Menge. Es gibt mehrere Todesopfer. Am 8. Mai wird Amsterdam endgültig befreit. Otto Frank kehrt zurück. Er weiß bereits, dass Edith tot ist. Dass seine beiden Töchter nicht überlebt haben, erfährt er erst später.

1945  Freude und Kummer

1946 Langsam nimmt das Leben wieder seinen Lauf

Am 3. Mai 1946 findet der erste offizielle Totengedenktag statt. Anne Franks Tagebuch wird am 25. Juni 1947 veröffentlicht. In Amsterdam nimmt das normale Leben langsam wieder seinen Lauf. Nur 10.000 der 70.000 Juden, die 1940 in der Stadt wohnten, haben den Krieg überlebt.

1950 Bleibende Erinnerung

Auch wenn seit der Befreiung schon fünf Jahre vergangen sind, hat der Krieg noch einen deutlichen Nachhall. Die jüdische Gemeinschaft dankt der Stadt Amsterdam mit einem Denkmal für die Hilfe, die sie den Juden geleistet hat.

1950  Bleibende Erinnerung
  • 1950
  • Den Beschützern der niederländischen Juden in den Besatzungsjahren. Beschützt durch Ihre Liebe. Gestärkt durch Ihren Widerstand. Trauernd mit Ihnen.

    Teil der Inschrift des Denkmals „Jüdische Dankbarkeit“
  • picture:Einmal im Jahr zwei Schweigeminuten

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In was für einer Stadt lebte Anne Frank?

Wie die deutsche Besatzung und die Judenverfolgung Amsterdam gezeichnet haben

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Anne Franks Amsterdam aus der Vogelperspektive

Die wichtigsten Orte und Geschichten aus Anne Franks Amsterdam. Klicke die Zeitleiste an und erfahre, wie sich Amsterdam ab 1933 von einem Zufluchtsort in eine besetzte Stadt verwandelt. Klicke zum Vergrößern auf das kleine Pluszeichen links. Die Orte auf der Karte lassen sich dann besser anklicken.