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Cas Oorthuys - Bürgermeister versucht, Kritik an Nazi-Deutschland zu verbieten
Bei den Olympischen Spielen von 1936 in Nazi-Deutschland dürfen Juden nicht antreten. Das gilt auch für die mit den Spielen verbundenen künstlerischen Wettbewerbe.
Der Fotograf Cas Oorthuys arbeitet in Amsterdam mit an der antifaschistischen Ausstellung „Die Olympiade unter Diktatur“ (D.O.O.D). Abgelehnte und ablehnende Künstler senden Arbeiten ein. Fotos und andere Beiträge zeigen, was in Deutschland vor sich geht: Zensur, Bücherverbrennung, Judenverfolgung, Rassenwahn, Zwangssterilisation, Konzentrationslager und Folterkeller.
Der deutsche Konsul in Amsterdam ist empört, und auch der deutsche Gesandte in Den Haag will eingreifen. Amsterdams Bürgermeister de Vlugt beruft sich auf einen Paragraphen im Stadtgesetz über die öffentliche Ordnung, um neunzehn Werke – vor allem von deutschen Migranten – entfernen zu lassen.
Der deutsche Konsul empfindet auch die Plakate als beleidigend, aber der Bürgermeister sieht keine Möglichkeit, sie zu verbieten; sie dürfen allerdings nicht an städtische Litfaßsäulen geklebt werden.
Quelle: Cas Oorthuys, Flip Bool und Henk Raaff: Amsterdam
Cas Oorthuys
Cas Oorthuys ist Fotojournalist. In der Besatzungszeit ist er im Widerstand aktiv, und im September 1944 schließt er sich „De Ondergedoken Camera“ (Die Untergetauchte Kamera) an, einer Gruppe niederländischer Fotografen, die die Besatzung dokumentieren. Nach der Befreiung wird Oorthuys zum bekanntesten Fotografen des Wiederaufbaus.
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