Zurück Weiter

Zurück

Zum vorigen Punkt in der Zeitleiste

Weiter

Zum folgenden Punkt in der Zeitleiste

1936 Wachsende Proteste gegen Antisemitismus
Geschehnisse in der Umgebung des Rembrandtplein.
Rembrandtplein
Geschehnisse in der Umgebung des Rembrandtplein.
Rembrandtplein [+] Karte vergrößern [-] Karte verkleinern

Mitglieder der faschistischen Zwart Front (Schwarzen Front) stören eine Filmpremiere im Tuschinski

Der Film „Heldenkermis“ (Heldenjahrmarkt) spielt in Flandern im Jahr 1616, zur Zeit des Achtzigjährigen Krieges. Während der Vorbereitungen für den Karneval erfährt die Stadt Boom, dass die spanische Armee im Anmarsch ist. Um Plünderungen und Vergewaltigungen zu verhindern, beschließt die Stadtverwaltung, dass sich die männlichen Bürger tot stellen sollen. Man hofft, dass die Spanier aus Angst, sich mit einer tödlichen Seuche anzustecken, die Stadt meiden werden.

Aber die Frau des Bürgermeisters ist damit nicht einverstanden und organisiert zusammen mit den anderen Frauen der Stadt einen gastfreundlichen und fröhlichen Empfang der Soldaten und ihrer Kommandanten. Die Stadt bleibt dadurch verschont, und die Bürgermeistergattin überlässt es ihrem Mann, den Ruhm einzustreichen.

Der Regisseur Jacques Feyder ist bei der Amsterdamer Premiere am 6. Februar 1936 anwesend und begreift den Trubel um seinen Film nicht. Er versteht ihn als eine Komödie, die nicht auf historischen Ereignissen beruht. Dennoch wird der Film in Flandern und auch in den Niederlanden als Beleidigung empfunden: Er sei antinational und verletze die Ehre der Niederlande.

Schon vor der Premiere werden 12 Menschen von der Polizei verhaftet. Einige von ihnen haben Stinkbomben bei sich. Als um 22.30 Uhr der Hauptfilm anfängt, wird es unruhig im Saal und einige Leute werden, teils mit Gewalt, von der Polizei weggeschickt. Wahrscheinlich werden auch Stinkbomben geworfen. „Immer, wenn einige Zuschauer sich in ihren Gefühlen verletzt sahen, riefen sie: ‚Schande, Schande – das sind nicht unsere Vorfahren’, ‚werft das fremde Pack hinaus’.“ Es werden Flugblätter in den Saal geworfen. Ungefähr 25 Leute werden aus dem Saal entfernt. Nach der Filmvorführung gibt es noch mehr Proteste, auch im Foyer. An diesem Abend werden mehr als 30 Menschen verhaftet, die meisten werden noch am selben Abend freigelassen.

Während der zweiten Vorstellung des Films im Tuschinski sind die Proteste noch heftiger als am Tag zuvor. Gegen 21.30 Uhr sind schon 30 Personen verhaftet worden, weil sie die Vorstellung gestört haben.

  • Drucken

Presse und Propaganda

Film ist ein wichtiges Propagandamedium. Verschiedene Vorführungen führen zu Protesten von linker und rechter Seite. Das Kino ist auch der erste öffentliche Ort, an dem Juden der Zutritt verwehrt wird. Die Besatzungsregierung bestimmt darüber, was in der Presse und im Rundfunk bekannt gemacht wird. Um sich ein objektiveres Bild vom Kriegsverlauf machen zu können, sind die Amsterdamer deshalb auf ausländische Nachrichtensender angewiesen, doch solche Sender zu hören ist verboten. Die Untergrundpresse gibt die Nachrichten dieser Sender weiter und verbreitet auch lokale Nachrichten, die die Besatzungsmacht unterdrücken will.

mehr zu diesem Thema

1933 Auf der Suche nach einem sicheren Leben

Die Franks möchten sich, wie viele andere Juden im nationalsozialistischen Deutschland, in Sicherheit bringen. Otto Frank reist schon vor und gründet in Amsterdam seine Handelsniederlassung für Opekta.

1938 Viele jüdische Flüchtlinge nach den Novemberpogromen

Nach den Novemberpogromen fliehen mehr Juden in die Niederlande. Auch Prinzessin Juliana fühlt sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Während der Aufnahme von Juden mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, treten NSB-Leute zunehmend militanter in Erscheinung.

1940 Amsterdam besetzt

Für die Familie Frank ändert sich nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst noch nicht so viel. Opekta zieht in die Prinsengracht um. Bombenangriffe fordern Tote und Verletzte in Amsterdam.

1940  Amsterdam besetzt

1941 Juden haben immer weniger Rechte

Es beginnt mit einem Kinoverbot, aber schon bald werden Juden praktisch überall aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Jüdische Kinder müssen gesonderte Schulen besuchen, also auch Anne und Margot Frank.

1941  Juden haben immer weniger Rechte

1942 Es wird immer gefährlicher für Juden

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Ein paar Tage später schreibt sie etwas über die Lage in Amsterdam. Der gelbe Stern wird eingeführt, und die ersten Razzien finden statt. Im Juli taucht die Familie Frank unter.

1942  Es wird immer gefährlicher für Juden

1943 Deportationen und Anschläge

Während die Familie Frank im Versteck lebt, werden mehrere tausend Juden aus Amsterdam deportiert. Der Widerstand versucht, die Deportationen durch Anschläge auf u.a. das Bevölkerungsregister zu vereiteln. Aber es nützt nicht viel.

1943  Deportationen und Anschläge

1944 Entdeckt und verhaftet

Am 4. August werden Anne und die anderen im Hinterhaus entdeckt und verhaftet. Über Westerbork werden sie nach Auschwitz deportiert. Als die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze passieren, entsteht kurzzeitig die Hoffnung auf eine rasche Befreiung. Deutsche Soldaten und NSB-Leute ergreifen nach dem „Dolle Dinsdag“ (Verrückten Dienstag) die Flucht.

1944  Entdeckt und verhaftet

1945 Der Hungerwinter fordert seinen Tribut

Amsterdam leidet unter dem Hungerwinter. Viele Menschen verhungern oder erfrieren. Edith, Margot und Anne Frank sterben im Konzentrationslager. Otto Frank überlebt als einziger. Die Kanadier erreichen Amsterdam.

1945 Freude und Kummer

Bei einem Fest auf dem Dam am 7. Mai schießen deutsche Soldaten in die Menge. Es gibt mehrere Todesopfer. Am 8. Mai wird Amsterdam endgültig befreit. Otto Frank kehrt zurück. Er weiß bereits, dass Edith tot ist. Dass seine beiden Töchter nicht überlebt haben, erfährt er erst später.

1945  Freude und Kummer

1946 Langsam nimmt das Leben wieder seinen Lauf

Am 3. Mai 1946 findet der erste offizielle Totengedenktag statt. Anne Franks Tagebuch wird am 25. Juni 1947 veröffentlicht. In Amsterdam nimmt das normale Leben langsam wieder seinen Lauf. Nur 10.000 der 70.000 Juden, die 1940 in der Stadt wohnten, haben den Krieg überlebt.

1950 Bleibende Erinnerung

Auch wenn seit der Befreiung schon fünf Jahre vergangen sind, hat der Krieg noch einen deutlichen Nachhall. Die jüdische Gemeinschaft dankt der Stadt Amsterdam mit einem Denkmal für die Hilfe, die sie den Juden geleistet hat.

1950  Bleibende Erinnerung
  • 1950
  • Den Beschützern der niederländischen Juden in den Besatzungsjahren. Beschützt durch Ihre Liebe. Gestärkt durch Ihren Widerstand. Trauernd mit Ihnen.

    Teil der Inschrift des Denkmals „Jüdische Dankbarkeit“
  • picture:Einmal im Jahr zwei Schweigeminuten

Die Zeitleiste wird geladen

In was für einer Stadt lebte Anne Frank?

Wie die deutsche Besatzung und die Judenverfolgung Amsterdam gezeichnet haben

Achtung, hier steht noch mehr

Scroll weiter, um dir alles anzusehen.

 

 

Sluiten

Anne Franks Amsterdam aus der Vogelperspektive

Die wichtigsten Orte und Geschichten aus Anne Franks Amsterdam. Klicke die Zeitleiste an und erfahre, wie sich Amsterdam ab 1933 von einem Zufluchtsort in eine besetzte Stadt verwandelt. Klicke zum Vergrößern auf das kleine Pluszeichen links. Die Orte auf der Karte lassen sich dann besser anklicken.