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1939 Der Krieg droht
groep vluchtelingen© Beeldbank WO2 / NIOD

Die Niederlande verweigern jüdischen Flüchtlingen die Einreise

Aus Deutschland geflohene Juden im Oktober 1939 vor dem Haus Oostelijke Handelskade 12 in Amsterdam.

Zwischen 1933 und 1938 kommen ungefähr 25.000 deutsch-jüdische Flüchtlinge in die Niederlande. Für die meisten von ihnen ist das Land nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu ihrem eigentlichen Ziel. Die niederländische Regierung ergreift Maßnahmen, um das Land als Fluchtziel unattraktiv zu machen. Deshalb sind Arbeitsplätze und freie Berufe Flüchtlingen nicht zugänglich. Ab April 1937 ist es Freiberuflern aus dem Ausland praktisch unmöglich, sich im Land niederzulassen.

Unerwünschte Ausländer

Im Januar 1938 beratschlagen das Justiz- und das Innenministerium, wie sie den Flüchtlingsstrom weiter eindämmen können. Als Ergebnis soll im Prinzip kein einziger Flüchtling mehr ins Land gelassen werden. Flüchtlinge werden fortan als unerwünschte Ausländer betrachtet, es sei denn, sie befinden sich nachweislich in Lebensgefahr. Trotz der Proteste der Sozialdemokraten, Kommunisten und Liberalen drücken die konservativen christlichen Parteien dieses Gesetz durch.

Keine Änderung nach den Novemberpogromen

Am 12. März 1938 annektiert Deutschland Österreich: der sogenannte Anschluss. Auch österreichische Juden versuchen sich nun ins Ausland zu retten. Am 9. November 1938 finden in Deutschland die Novemberpogrome statt (auch als Reichspogromnacht oder „Kristallnacht“ bezeichnet). Fast zweihundert Synagogen gehen in Flammen auf, 7.500 Geschäfte werden zerstört und geplündert. Mehr als hundert Juden werden ermordet. Die Nazis inhaftieren dreißigtausend jüdische Männer in Konzentrationslagern. Trotz dieser Ereignisse ändern die Niederlande ihre restriktive Flüchtlingspolitik nicht. Die Grenze bleibt für jüdische Flüchtlinge hermetisch geschlossen.

Auffanglager

Nach den Novemberpogromen bemühen sich mehr als vierzigtausend Juden um ein Visum für die Niederlande. Die niederländische Regierung mauert zunächst. Schließlich aber lässt sie siebentausend Juden ins Land. Sie müssen in Lagern leben und haben keinerlei Bewegungsfreiheit. Weiteren zweitausend Flüchtlingen gelingt die Einreise ohne die benötigten Papiere. Obwohl sie sich illegal im Land aufhalten, kann die Regierung sie aus humanitären Gründen nicht zurückschicken. Sie werden unter militärischer Aufsicht in gesonderten Lagern interniert. Alle Flüchtlinge haben Deutschland aus demselben Motiv verlassen: begründete Angst vor Verfolgung.

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Flüchtlinge und Emigranten

Nachdem Adolf Hitler 1933 in Deutschland Reichskanzler geworden ist, entschließen sich Zehntausende deutsche Juden, ihr Vaterland zu verlassen und sich woanders eine neue Existenz aufzubauen. Viele emigrieren in das Nachbarland Niederlande. 1941 beträgt die Gesamtzahl deutsch-jüdischer Flüchtlinge in den Niederlanden 15.174.

Politische und jüdische Flüchtlinge werden aufgenommen, aber die niederländische Regierung schickt auch viele von ihnen zurück. Die jüdische Gemeinschaft muss sich selbst um die Versorgung der Flüchtlinge kümmern.

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1933 Auf der Suche nach einem sicheren Leben

Die Franks möchten sich, wie viele andere Juden im nationalsozialistischen Deutschland, in Sicherheit bringen. Otto Frank reist schon vor und gründet in Amsterdam seine Handelsniederlassung für Opekta.

1938 Viele jüdische Flüchtlinge nach den Novemberpogromen

Nach den Novemberpogromen fliehen mehr Juden in die Niederlande. Auch Prinzessin Juliana fühlt sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Während der Aufnahme von Juden mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, treten NSB-Leute zunehmend militanter in Erscheinung.

1940 Amsterdam besetzt

Für die Familie Frank ändert sich nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst noch nicht so viel. Opekta zieht in die Prinsengracht um. Bombenangriffe fordern Tote und Verletzte in Amsterdam.

1940  Amsterdam besetzt

1941 Juden haben immer weniger Rechte

Es beginnt mit einem Kinoverbot, aber schon bald werden Juden praktisch überall aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Jüdische Kinder müssen gesonderte Schulen besuchen, also auch Anne und Margot Frank.

1941  Juden haben immer weniger Rechte

1942 Es wird immer gefährlicher für Juden

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Ein paar Tage später schreibt sie etwas über die Lage in Amsterdam. Der gelbe Stern wird eingeführt, und die ersten Razzien finden statt. Im Juli taucht die Familie Frank unter.

1942  Es wird immer gefährlicher für Juden

1943 Deportationen und Anschläge

Während die Familie Frank im Versteck lebt, werden mehrere tausend Juden aus Amsterdam deportiert. Der Widerstand versucht, die Deportationen durch Anschläge auf u.a. das Bevölkerungsregister zu vereiteln. Aber es nützt nicht viel.

1943  Deportationen und Anschläge

1944 Entdeckt und verhaftet

Am 4. August werden Anne und die anderen im Hinterhaus entdeckt und verhaftet. Über Westerbork werden sie nach Auschwitz deportiert. Als die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze passieren, entsteht kurzzeitig die Hoffnung auf eine rasche Befreiung. Deutsche Soldaten und NSB-Leute ergreifen nach dem „Dolle Dinsdag“ (Verrückten Dienstag) die Flucht.

1944  Entdeckt und verhaftet

1945 Der Hungerwinter fordert seinen Tribut

Amsterdam leidet unter dem Hungerwinter. Viele Menschen verhungern oder erfrieren. Edith, Margot und Anne Frank sterben im Konzentrationslager. Otto Frank überlebt als einziger. Die Kanadier erreichen Amsterdam.

1945 Freude und Kummer

Bei einem Fest auf dem Dam am 7. Mai schießen deutsche Soldaten in die Menge. Es gibt mehrere Todesopfer. Am 8. Mai wird Amsterdam endgültig befreit. Otto Frank kehrt zurück. Er weiß bereits, dass Edith tot ist. Dass seine beiden Töchter nicht überlebt haben, erfährt er erst später.

1945  Freude und Kummer

1946 Langsam nimmt das Leben wieder seinen Lauf

Am 3. Mai 1946 findet der erste offizielle Totengedenktag statt. Anne Franks Tagebuch wird am 25. Juni 1947 veröffentlicht. In Amsterdam nimmt das normale Leben langsam wieder seinen Lauf. Nur 10.000 der 70.000 Juden, die 1940 in der Stadt wohnten, haben den Krieg überlebt.

1950 Bleibende Erinnerung

Auch wenn seit der Befreiung schon fünf Jahre vergangen sind, hat der Krieg noch einen deutlichen Nachhall. Die jüdische Gemeinschaft dankt der Stadt Amsterdam mit einem Denkmal für die Hilfe, die sie den Juden geleistet hat.

1950  Bleibende Erinnerung
  • 1950
  • Den Beschützern der niederländischen Juden in den Besatzungsjahren. Beschützt durch Ihre Liebe. Gestärkt durch Ihren Widerstand. Trauernd mit Ihnen.

    Teil der Inschrift des Denkmals „Jüdische Dankbarkeit“
  • picture:Einmal im Jahr zwei Schweigeminuten

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Anne Franks Amsterdam aus der Vogelperspektive

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