Im Museum

Die andere Wohnung

Im Mittelpunkt der temporären Ausstellung Die andere Wohnung der Familie Frank stehen die Wohnung der Franks und das Viertel, in dem sie von Ende 1933 bis zum 6. Juli 1942 wohnten. Neben der Geschichte der Familie Frank geht es in der Ausstellung auch um deren jüdische Nachbarn.

Die Ausstellung Die andere Wohnung der Familie Frank vermittelt einen Einblick in das Leben der Familie Frank am Merwedeplein in Amsterdam-Süd. In diesem Viertel ließen sich in den 1930er Jahren zahlreiche jüdische Familien nieder, die in Nazi-Deutschland keine Zukunft mehr sahen.  

Die ersten Jahre in Amsterdam

Eigens für diese Ausstellung wurden 360-Grad-Panoramen der Wohnung erstellt. Die Besucher*innen können die heutige Wohnung, in der Geschichten von damals erzählt werden, virtuell erkunden. Besondere Objekte und einzigartige Dokumente zeigen die Normalität des Lebens der Familie Frank in diesen ersten Jahren in Amsterdam. Anne und Margot gehen zur Schule, Otto arbeitet hart am Aufbau seiner Firma und Edith kümmert sich um den Haushalt. 

Große Sorgen machen sie sich jedoch um die zurückgebliebenen Angehörigen in Nazi-Deutschland, und Otto und Edith versuchen außerdem verzweifelt, weiterzufliehen - erst wollen sie nach Großbritannien, später in die USA. Beide Versuche scheitern.  

Vom Merwedeplein zur Prinsengracht

Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht und die immer stärker zunehmende Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden sehen Otto und Edith Frank nur noch eine Möglichkeit, der drohenden Deportation zu entrinnen: ein Versteck in Ottos Firma an der Prinsengracht. Am 6. Juli 1942 verlassen die Franks ihre Wohnung am Merwedeplein und tauchen unter. Nur Otto Frank wird die Wohnung und das Viertel wiedersehen.

Nachbarn

Die Geschichte der Familie Frank ist eine von vielen Geschichten vom Merwedeplein. Auch andere jüdische Familien standen vor der Frage, wie sie auf die Verfolgung reagieren sollten. Manche tauchten unter, andere schlossen sich dem Widerstand gegen die Nazis an. Die meisten jedoch warteten ab. In der Ausstellung erzählen wir die Geschichte von sieben anderen jüdischen Familien, die an dem Platz gelebt haben.Die Geschichten über die Nachbarn entstanden in Zusammenarbeit mit der Historikerin Rian Verhoeven, die über den Merwedeplein in der Kriegszeit das Buch Anne Frank was niet alleen - Het Merwedeplein, 1933-1945 [Anne Frank war nicht allein - Der Merwedeplein 1933-1945] verfasst hat.

Die Ausstellung läuft bis zum 30 juni 2020.


Rian Verhoeven ist Historikerin und Autorin des Buchs: Anne Frank was niet alleen. Het Merwedeplein 1933-1945 [Anne Frank war nicht allein. Der Merwedeplein 1933-1945]. Sie gibt Stadtführungen am und rund um den Merwedeplein, bei denen Anne Frank und ihre Nachbarn und Nachbarinnen im Mittelpunkt stehen. Weitere Informationen:

Möchten Sie mehr Bilder vom Merwedeplein sehen? Hier geht’s zur Google Arts & Culture-Ausstellung:

Anne Franks ehemalige Wohnung