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Der Widerstand verübt einen Anschlag auf das Einwohnermeldeamt Amsterdam

27. März 1943 Amsterdam

Am Samstagabend, 27. März 1943, verüben neun Mitglieder einer Widerstandsgruppe einen Anschlag auf das Melderegister der Stadt Amsterdam. Als Polizisten verkleidet, überwältigen sie die Wachleute. Die Widerstandkämpfer öffnen die Aktenschränke, werfen die Dokumente auf den Boden und übergießen sie mit einer brennbaren Flüssigkeit. Dann bringen sie Sprengsätze an und verlassen den Ort. Kurz darauf gibt es fünf Explosionen, und ein Großfeuer bricht aus, das noch im weiten Umkreis zu sehen ist.

Die Männer gehören zu einer Widerstandsgruppe, die gefälschte Ausweise herstellt. Weil das Risiko besteht, dass die Fälschungen bei einem Datenabgleich mit dem Melderegister entdeckt werden, will die Gruppe das Register vernichten.

Der Anschlag gelingt nur zum Teil. Ein Teil des Hauses ist verbrannt und eingestürzt, doch der größte Teil steht noch. Nur 15% des Datenbestandes geht vollständig verloren. Trotzdem ist das Register noch lange Zeit unbrauchbar, und in dem Durcheinander können Beamte, die mit dem Widerstand zusammenarbeiten, auch neue, falsche Personendaten in der Kartei unterbringen.

Durch Verrat entdeckt der deutsche Sicherheitsdienst schon bald, wer hinter dem Anschlag steckt. Fast alle Beteiligten und ihre Helfer werden am 2. Juli 1943 von den Nazis erschossen. Drei von ihnen landen im Gefängnis. Einige andere können untertauchen.