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Alle Juden aus Amsterdam werden deportiert

20. Mai 1943 Polderweg, Amsterdam

Am 20. Mai 1943 melden sich ungefähr 750 Jüdinnen und Juden beim Gebäude der Militärpolizei am Bahnhof Muiderpoort in Amsterdam. Sie befolgen eine Anordnung von „SS- und Polizeiführer“ Rauter, dass sich kein einziger Jude mehr ohne Genehmigung in Amsterdam aufhalten darf. Nur Juden mit einer sogenannten „Sperre“ dürfen noch in der Stadt bleiben.

Die Menschen kommen abends in Westerbork an. Mindestens zwei von ihnen, ein Ehepaar, werden fünf Tage später in das Vernichtungslager Sobibor verschleppt und dort am 28. Mai 1943 vergast. Was mit den anderen geschah, ist nicht bekannt, da ihre Namen nicht bekannt sind.

Rauter ist unzufrieden, weil nur so wenig Menschen an diesem Tag die Aufforderung befolgt haben. Wenige Tage später veranstalten die Deutschen eine Großrazzia im Zentrum Amsterdams. Sie nehmen ungefähr 3.000 Menschen fest und bringen sie nach Westerbork. Außerdem zwingen die Deutschen den „Judenrat“, die „Sperre“ für eine große Zahl von Menschen aufzuheben und sie auf die Liste für das Lager Westerbork zu setzen.