Am 6. Juni 1944 beginnt kurz nach Mitternacht D-Day, eine groß angelegte Militäroperation. Mehr als 5.000 Schiffe transportieren 150.000 alliierte Soldaten und 1.500 Panzer an die Küste der Normandie in Frankreich.
Zwei Jahre lang wurde die „Operation Overlord“ hinter den Kulissen vorbereitet. Ziel ist die Errichtung eines Militärstützpunkts auf dem europäischen Festland. Von dort aus können die Alliierten die von Deutschland besetzten Länder befreien und in Richtung Berlin vorrücken. Und wenn Deutschland auch im Westen kämpfen muss, wird der Kampf für die Sowjetunion etwas erleichtert.
Die Deutschen erwarten einen Angriff in Calais und nicht in der Normandie. Denn in Calais ist der Ärmelkanal, die Meerenge zwischen Großbritannien und Frankreich, am schmalsten. Entlang der gesamten französischen Küste hat die deutsche Wehrmacht eine halbe Million Soldaten stationiert. Außerdem haben die Deutschen dort den Atlantikwall errichtet, eine stabile Verteidigungslinie.
Die Alliierten gehen an mehreren Küstenabschnitten der Normandie an Land. Der Angriff wird durch Bombardierungen und Landungen von Fallschirmspringern unterstützt. An einigen Stellen können sie die Deutschen leicht zurückdrängen, doch an anderen Orten stoßen sie auf größere Gegenwehr. An der Landungszone „Omaha Beach“ ist es den amerikanischen Bombern nicht gelungen, die deutsche Verteidigungslinie massiv zu treffen. Dort schießen die Deutschen die Soldaten nieder, die versuchen, an Land zu gelangen. Manche kommen nicht einmal so weit und ertrinken, nachdem sie das Schiff verlassen haben.
Am Ende des D-Day haben die Alliierten einen Stützpunkt auf dem Festland errichtet. Die Deutschen versuchen lange, ihre Stellungen zu halten. In der Normandie wird noch zwei Monate lang gekämpft, bevor es den Alliierten gelingt, in Frankreich weiter vorzurücken. Am 15. August landen die Alliierten auch in Südfrankreich. Die Hauptstadt Paris wird am 25. August befreit, und Mitte September 1944 ist die deutsche Armee fast aus Frankreich vertrieben.