Am 11. Mai 1960 wird Adolf Eichmann in Buenos Aires von einer Einheit des Mossad (des israelischen Geheimdienstes) entführt. Das Entführungskommando schmuggelt ihn aus dem Land und bringt ihn nach Israel, wo er vor Gericht gestellt wird.
Eichmann ist zu diesem Zeitpunkt schon seit 15 Jahren auf der Flucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg geht er unter falschem Namen nach Argentinien, um sich nicht für seine Verbrechen während des Krieges verantworten zu müssen. Als SS-Angehöriger organisierte er die Deportation von Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager. Eichmann war ein wichtiges Kettenglied bei der Planung und Umsetzung des Mordes an den europäischen Juden. Deshalb wird er manchmal auch als „Architekt“ des Holocaust bezeichnet.
Ein Jahr darauf beginnt der Prozess gegen Eichmann, der vier Monate dauert. Die ganze Welt ist Zeuge, da im Fernsehen, Rundfunk und in der Presse darüber berichtet wird. Durch die vielen Zeugenaussagen im Prozess erfährt das große Publikum die schrecklichen Einzelheiten des Holocaust. Zum ersten Mal findet die Verfolgung der Juden breite Aufmerksamkeit. Eichmann wird zum Tode verurteilt und am 1. Juni 1962 gehängt.