Der „Judenrat“ fungiert am 11. April 1941 zum ersten Mal als Herausgeber des „Joodsche Weekblad“. Die Zeitung existiert schon länger, steht von da an jedoch unter der Leitung des „Judenrats“. Mit der Wochenzeitung soll der Rat möglichst viele jüdische Niederländer*innen erreichen.
Der „Judenrat“ veröffentlicht das Joodsche Weekblad (Jüdisches Wochenblatt)
11. April 1941 Amsterdam
Der „Judenrat“ wurde am 13. Februar 1941 auf Weisung der deutschen Besatzer gegründet. Die Deutschen wollen, dass alle jüdischen Bewohner*innen Amsterdams von einer einzigen Instanz vertreten werden. Kurz zuvor hatte es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Juden, niederländischen Nazis und der deutschen Polizei gegeben. Der „Judenrat“ soll künftig die Ordnung in der jüdischen Gemeinschaft aufrechterhalten. Im Oktober 1941 wird der Einflussbereich des „Judenrats“ auf das ganze Land erweitert.
Über „Het Joodsche Weekblad“ werden die antijüdischen Gesetze und Verordnungen bekannt gegeben, die der Rat manchmal auch umsetzen muss. So muss der Rat im Mai 1942 die „Judensterne“ ausgeben und ab Juli 1942 Listen der Menschen erstellen, die deportiert werden. Der „Judenrat“ ist auch für die Registrierung der jüdischen Gefangenen in Westerbork zuständig.
Im September 1943, als fast alle jüdischen Niederländer*innen fort sind, werden auch die Leiter des „Judenrats“ deportiert. Der Rat existiert fortan nicht mehr, und auch das „Joodsche Weekblad“ wird eingestellt.