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April-Mai-Streiks

29. April 1943 Niederlande

Am 29. April 1943 streiken die Beschäftigten der Maschinenfabrik Stork in Hengelo. Der Streik weitet sich schnell auf andere Teile der Provinz Twente und einen Tag später auch auf die anderen Provinzen der Niederlande aus.

Die Streikwelle ist eine Reaktion auf den Beschluss der deutschen Besatzer, die niederländischen Soldaten erneut zu Kriegsgefangenen zu machen. Einen Monat nach dem deutschen Überfall im Mai 1940 waren die gefangen genommenen niederländischen Soldaten freigelassen worden unter der Bedingung, dass sie keinen Widerstand gegen die Besatzungsmacht leisten würden. Die Besatzer entdecken jedoch, dass viele Soldaten dem Ordedienst angehören, einer Widerstandsbewegung. Deshalb wollen sie die Soldaten zum Arbeitseinsatz verpflichten.

Der Streik überrascht die Besatzer, die brutal zurückschlagen. Das Standrecht wird eingeführt: Ein dreiköpfiges SS-Gericht kann Verdächtige sofort verurteilen und verhängt oft die Todesstrafe. Mit weiterer Gewalt und Drohungen gelingt es den Deutschen, die Streiks schnell niederzuschlagen. Achtzig Personen werden standrechtlich exekutiert. Bei Beschießungen der Streikenden kommen 95 Menschen um und 400 werden verletzt.

Der Streik ist ein Wendepunkt in der Haltung der niederländischen Bevölkerung. Der organisierte Widerstand nimmt seitdem stark zu.