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Die Hollandsche Schouwburg wird eine Sammelstelle für Juden

August 1942 Amsterdam

Ab August 1942 ist das ehemalige Theater Hollandsche Schouwburg in Amsterdam eine Sammelstelle für Jüdinnen und Juden. Die Nazis nennen es „Umschlagplatz Plantage Middenlaan“. Die Menschen müssen sich nach einer Aufforderung freiwillig melden oder werden nach einer Razzia oder Verhaftung dort abgeliefert. Von dort aus werden sie in das Lager Westerbork gebracht. Zehntausende Personen waren hier gefangen.

Die Hollandsche Schouwburg ist nicht groß genug, um die vielen Menschen unterzubringen. Da manche für längere Zeit festgehalten werden, ist das Haus schnell überfüllt. Das Gedränge und der Gestank sind fast unerträglich. Der Jude Willy Alexander schreibt am 25. März 1943 in sein Tagebuch:

„Im Augenblick befinden sich 1.300 Menschen in der kleinen ‚Hollandse Schouwburg‘. Es ist dann so warm und stickig (und natürlich auch schmutzig), dass alle ständig um etwas zu trinken und um noch mehr zu trinken bitten.“

Ende 1943 wird die Hollandsche Schouwburg geschlossen. Amsterdam ist dann „judenfrei“ - fast alle Jüdinnen und Juden sind deportiert worden.