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Otto Frank verteidigt das Tagebuch vor Gericht

April 1959 Lübeck

Anfang 1959 erstattet Otto Frank Anzeige gegen den deutschen Lehrer Lothar Stielau. Stielau, ein Rechtsextremist, hatte in einer Schülerzeitung behauptet, Anne Franks Tagebuch sei eine Fälschung. Nachdem eine Untersuchung der Manuskripte die Echtheit des Tagebuchs erwiesen hat, erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Stielau. Er nimmt seine Anschuldigungen zurück, und Otto Frank erklärt sich mit dem Vergleich einverstanden.

Es ist das erste, jedoch nicht das letzte Mal, dass Otto Frank sich an die Justiz wenden muss, um Annes Tagebuch gegen derartige Anschuldigungen zu verteidigen.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb manche Menschen behaupten, das Tagebuch sei nicht echt. Einer der Hauptgründe ist, dass sie zu beweisen versuchen, der Holocaust habe nicht stattgefunden. Indem sie Zweifel säen an den Berichten von Betroffenen, hoffen sie zeigen zu können, dass die Nazis nicht so schlecht sind, wie behauptet wird. Oft benutzen sie angeblich wissenschaftliche Argumente, die von Laien schwer einzuordnen sind. Doch unter Historikern bestehen keinerlei Zweifel über den Mord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs.