Am Tag nach ihrem Sieg bei der Stadtverordnetenwahl hissen die Nazis eine Hakenkreuzfahne am Römer, dem Rathaus von Frankfurt am Main. Zwei Tage zuvor hat der Nazi Jakob Sprenger eine hasserfüllte antisemitische Rede gehalten: „Es ist eine Schande, dass zu dieser Stunde noch offiziell Juden und Judengenossen Frankfurts Rathaus beherrschen. Ich glaube, Frankfurt folgt morgen der Stimme des Führers der Deutschen. Morgen wird dieses Ungeziefer von Frankfurt, wird es ausgebrannt wie Wanzen, wird, wird es ausgeräuchert wie pestverdächtige Ratten, die (...) das Schiff nicht verlassen wollen. Frankfurt wird morgen deutsch, wird von morgen ab ein Fundament des nationalsozialistischen dritten Reiches.“
In Frankfurt kommt die NSDAP an die Macht
13. März 1933 Frankfurt am Main
Jakob Sprenger ist „Gauleiter“ (regionaler Parteileiter der NSDAP) des Gaues Hessen-Nassau. Die NSDAP hat die Mehrheit in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung und stellt den neuen Oberbürgermeister, den Nazi Friedrich Krebs. Der jüdische Oberbürgermeister Ludwig Landmann hat unter großem Druck der Nazis am 11. März seinen Rücktritt eingereicht und flieht nach Berlin, da die SA ihn verhaften will.