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Julius Streicher spricht im Berliner Sportpalast

15. August 1935 Berlin

Am 15. August 1935 findet im Berliner Sportpalast eine Massenveranstaltung der Nazis statt. Von den Tribünen hängen Spruchbänder mit antisemitischen Losungen. Zehntausende Menschen warten gespannt auf die Rede von Julius Streicher. Der Platz reicht nicht aus für den großen Andrang. Über Lautsprecher wird die Rede auch in die überfüllten Tennishallen neben der Haupthalle übertragen.

Julius Streicher ist bereits seit 1923 Herausgeber des Hetzblattes „Der Stürmer”, das antisemitische Propaganda verbreitet, häufig mit fast pornographischen Inhalten. In seiner Rede sagt er nichts Neues, doch weil er so selten in Berlin ist, wollen die Leute ihn persönlich sehen.

Ein Journalist der Prager Presse schreibt: „Die Rede war eine gesprochene Stürmernummer und enthielt detaillierte Schilderungen über die intimsten Dinge. (...) Streicher ist ein demagogischer Volksredner, er versteht es an die niedrigsten Instinkte seiner Zuhörer zu appellieren.”