Während einer zweitägigen Razzia in Paris und Umgebung verhaftet die französische Polizei im Auftrag der deutschen Besatzer mehr als 13.000 ausländische Juden, darunter 4000 Kinder. Mehr als 8000 Menschen werden vorübergehend in die Radsporthalle „Vélodrome d’Hiver“ gepfercht. Die anderen kommen in das Sammel- und Durchgangslager Drancy in der Nähe von Paris oder in Lager in der Provinz. Sie leben unter schlechten Umständen. In den Wochen darauf werden die Menschen nach Auschwitz deportiert, und die meisten von ihnen werden dort sofort ermordet.
Die deutschen Besatzer haben schon ein Jahr zuvor Juden verhaftet, und nach der großen Razzia im Juli werden auch in anderen Teilen Frankreichs Juden festgenommen. Die französische Polizei wirkt dabei mit.
In Frankreich hat die Regierung mehr Einfluss auf die Judenverfolgung als zum Beispiel in den Niederlanden. Nach kirchlichen Protesten gegen die Deportationen bittet der französische Minister Laval die Nazis, als Kompromiss vor allem ausländische Juden zu verhaften. Die meisten der 75.000 Juden, die aus Frankreich in Vernichtungslager deportiert wurden, stammen aus dem Ausland. Viele von ihnen waren in den Dreißigerjahren aus Nazi-Deutschland und den von Deutschland annektierten Gebieten nach Frankreich geflohen. Ein großer Teil der 130.000 französischen Juden konnte einer Verhaftung entgehen. Sie haben deshalb die Judenverfolgung überlebt.





