Die Kaputilation
Die militärischen Rückschläge Italiens machen das Land kriegsmüde. Immer weniger Mitglieder der Regierung und der Militärführung wollen zusammen mit Deutschland gegen die Alliierten kämpfen. Am 24. Juli 1943 entzieht der Faschistische Großrat Benito Mussolini, dem politischen Führer Italiens, das Vertrauen. Am nächsten Tag entlässt ihn der italienische König, und eine neue Regierung wird gebildet.
Mussolini wird verhaftet, und Italien nimmt Friedensverhandlungen mit den Alliierten auf. Doch sobald Italien kapituliert, greifen die Deutschen ein und besetzen das Land, um zu verhindern, dass die Alliierten leicht vorrücken können.
Deutsche Kommandos befreien Mussolini. Hitler stellt ihn an die Spitze eines deutschen Vasallenstaats: die „Soziale Republik Italien“ im Norden des Landes. Erst 1945 erobern die Alliierten diese Gebiete.
Die deutsche Wehrmacht hat zwischen Rom und Neapel eine stark ausgebaute Verteidigungslinie errichtet: die Gustav-Linie. Ein auffälliger Punkt darin ist der Monte Cassino, ein Berg mit einem Kloster aus dem sechsten Jahrhundert auf dem Gipfel.
Durch ein schweres Bombardement der amerikanischen Armee wird das Kloster stark beschädigt. Es wird dadurch zu einer sehr starken deutschen Stellung, die fast uneinnehmbar ist. Um die deutsche Armee zu schwächen, greifen die Alliierten sie weiter nördlich hinter der Front mit einer Landeoperation bei Anzio an, doch ohne Erfolg.
Erst nach vier Angriffen gelingt es im Mai, die deutsche Verteidigungslinie zu durchbrechen. Eine polnische Einheit erreicht nach schweren Gefechten den Gipfel des Monte Cassino und hisst die polnische Flagge auf den Trümmern des zerstörten Klosters.
Nun steht der Weg nach Rom offen. Am 4. Juni 1944 nehmen amerikanische Truppen die italienische Hauptstadt ein. Doch es wird noch lange dauern, bis ganz Italien erobert ist. Erst nach monatelangen schweren Kämpfen erreichen die Alliierten eine neue deutsche Linie nördlich von Florenz. Hier bleibt die Front bis zum Frühjahr 1945. Die Alliierten konzentrieren sich nun hauptsächlich auf den Kampf in Nordwest-Europa.
Die Schlacht um Monte Cassino kostet 55.000 alliierte Soldaten das Leben. Auf deutscher Seite sind die Verluste viel geringer: 20.000 Soldaten sterben.