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Durchgangslager Westerbork ist frei

12. April 1945 Westerbork

Am 12. April 1945 erreichen kanadische Truppen das Durchgangslager Westerbork. Sie werden mit Jubel empfangen. Die deutsche Lagerleitung ist am Vortag vor der vorrückenden alliierten Armee geflohen. Im Lager befinden sich 876 jüdische Gefangene, doch sie sind noch nicht wirklich frei. Da der Krieg noch nicht vorbei ist, müssen sie zu ihrer eigenen Sicherheit vorerst im Lager bleiben. Einige von ihnen verlassen das Lager trotz des Verbots.

Die kanadische Armee hatte zwei Monate zuvor bei Nijmegen ihre Offensive gegen die deutschen Truppen in Nordwest-Deutschland gestartet. Im März überschritten die Kanadier den Rhein und stießen weiter ins Innere Deutschlands vor. Danach überquerten sie wieder die Grenze zu den Niederlanden, um die deutschen Truppen im Zentrum und im Norden der Niederlande anzugreifen. Die Deutschen kämpften in diesem Moment noch immer weiter und feuerten V1- und V2-Raketen ab, die bis nach Antwerpen gelangten. In den vier Wochen darauf wurde fast der ganze Osten der Niederlande befreit. Zugleich rückten andere alliierte Truppen bereits weit innerhalb Deutschlands vor.

Am 24. April wird das Lager Westerbork ein Internierungslager für Mitglieder von NSB, SS und andere Kollaborateure.