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Eichmann führt eine Razzia in der Jüdischen Gemeinde Wien durch

18. März 1938 Wien

Am 18. März 1938 führt der SS-Mann Adolf Eichmann mit einem Trupp Nazis eine Razzia bei der Jüdischen Gemeinde in Wien durch. Sie durchsuchen das Haus und verhaften die leitenden Angestellten. Diese werden in das Konzentrationslager Dachau gesperrt. Die Jüdische Gemeinde wird von den Nazis aufgelöst.

Später holt Eichmann den Direktor Josef Löwenherz aus der Gefangenschaft zurück und öffnet die Gemeinde erneut. Eichmann will ihn nämlich zusammen mit seiner Organisation dazu benutzen, Juden aus Österreich hinauszuschaffen.

Löwenherz engagiert sich schon seit langem für die Emigration von Juden nach Palästina und hat internationale Kontakte. Auch andere jüdische Organisationen werden gezwungen, daran mitzuwirken.

Das ist der Beginn der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“. Trotz des neutralen Namens handelt es sich um eine Organisation der SS (Schutzstaffel, militärische Abteilung der Nazipartei). Sie soll Juden so schnell wie möglich aus dem Land schaffen und ihnen vorher ihr Geld abnehmen. Mit dem Geld wohlhabender Juden werden die Kosten für arme Juden bezahlt. Das funktioniert so gut, dass die SS diese „Zentralstellen“ auch in Berlin und Prag eröffnet.

Auch Eichmanns Idee, jüdische Organisationen für die Nazipolitik zu instrumentalisieren, wird an anderen Orten in der Form von „Judenräten“ übernommen. Eichmann missbraucht hinterhältig die Hoffnung der Juden, sich selbst retten zu können.