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Deutsche Soldaten und niederländische Kollaborateure ergreifen die Flucht

5. September 1944 Niederlande

Im Garten eines Hauses in Amsterdam - zwischen Keizersgracht und Kerkstraat - haben deutsche Truppenangehörige ihre Waffen zurückgelassen. Wie zahlreiche andere deutsche Soldaten sind sie am Dienstag, dem 5. September 1944, überstürzt geflohen. Sie haben gehört, dass die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze überschritten haben und rasch nach Norden vorrücken. Die Truppeneinheiten, die in Amsterdam zurückbleiben, zerstören in wenigen Tagen mit Sprengstoff die Hafenanlagen von Amsterdam und Rotterdam.

Aus Angst vor Vergeltung wagen es auch viele Kollaborateure nicht mehr, in den Niederlanden zu bleiben. Sie machen sich am selben Tag in den Osten der Niederlande oder nach Deutschland auf.

Die deutschen Besatzer räumen das Konzentrationslager Vught und schicken 2.800 Männer nach Sachsenhausen und 650 Frauen nach Ravensbrück. Ungefähr die Hälfte von ihnen stirbt hier schließlich.

Viele Niederländer gehen auf die Straße oder hängen die niederländische Fahne heraus. Aber die Nachricht von der Ankunft der Alliierten erweist sich als falsch. Sie sind erst seit ein paar Tagen in Belgien. Erst eine Woche späer werden die ersten Orte in den Niederlanden befreit.

Dieser Tag wird schon bald als „Dolle Dinsdag“ (Verrückter Dienstag) bezeichnet.