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Die Gestapo schiebt polnische Juden über die polnische Grenze ab

27. Oktober 1938 Deutschland

Im Oktober 1938 will die polnische Regierung keine Juden mehr ohne gültigen Pass ins Land lassen, wenn sie länger als fünf Jahre in Deutschland gelebt haben. Viele Juden wollen wegen der antijüdischen Maßnahmen in Deutschland zurück nach Polen. Um ihren Pass zu verlängern, benötigen sie einen Stempel des polnischen Konsulats. Doch den erhalten sie in vielen Fällen nicht und können Deutschland deshalb nicht mehr verlassen.

Das kommt den Nazis ungelegen. Sie wollen, dass so viele Juden wie möglich das Land verlassen, und viele polnische Juden leben in Deutschland. Deshalb will Gestapochef Reinhard Heydrich alle polnischen Juden aus Deutschland verbannen. Er verfügt ihre Zwangsausweisung.

Die polnischen Juden werden mit Drohungen und Gewalt gezwungen, illegal die polnische Grenze zu überschreiten. Ihren Besitz müssen sie zurücklassen. Die Abgeschobenen sind jeden Alters. Einige sind in Deutschland geboren und sprechen kein Polnisch.

Die polnischen Behörden weigern sich jedoch, sie aufzunehmen. Deshalb müssen die meisten von ihnen lange Zeit im Niemandsland oder in einem Lager im polnischen Grenzgebiet verharren. Rund 17.000 Menschen werden auf diese Weise abgeschoben.