Übersicht

Jüdische Kinder in letzter Minute nach Großbritannien gerettet

14. Mai 1940 IJmuiden

Am 14. Mai 1940, um 19.50 Uhr, verlässt ein Frachtschiff IJmuiden und setzt Kurs auf Großbritannien. An Bord sind 74 junge jüdische Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich, die nachmittags aus Amsterdam gekommen sind. Das Schiff legt am 19. Mai in Liverpool an. Dort dürfen die Kinder von Bord gehen. Sie leben den ganzen Krieg über in Heimen oder werden von britischen Familien aufgenommen.

Vor der Reise nach Großbritannien waren die Kinder in Pflegefamilien untergebracht oder im Burgerweeshuis, einem Waisenhaus an der Kalverstraat in Amsterdam. In die Niederlande gelangten sie dank der Hilfe der Niederländerin Truus Wijsmuller-Meijer.

Im Dezember 1938 spricht Truus mit Adolf Eichmann in Wien. Der erlaubt ihr, 600 Kinder aus Österreich herauszubringen, wenn sie selbst für die Kosten aufkommt. Das ist der Anfang der sogenannten „Kindertransporte“. Dank Truus Wijsmuller-Meijer werden Tausende Kinder aus Deutschland und Österreich in sichere Länder gerettet.

Während der deutschen Besetzung hilft Truus Wijsmuller weiterhin Jüdinnen und Juden, aus dem Land zu entkommen.