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Razzia gegen jüdische Männer in Amsterdam

11. Juni 1941 Amsterdam

Am 11. Juni 1941 verhaften die deutschen Besatzer ungefähr 300 jüdische Männer als Vergeltungsmaßnahme für zwei vom Widerstand verübte Bombenanschläge. Ein für deutsche Offiziere beschlagnahmtes Gebäude wurde bei einem der Bombenanschläge beschädigt. Bei dem anderen Anschlag auf die Telefonzentrale der deutschen Luftwaffe auf dem Flughafen Schiphol wurde ein Soldat schwer verletzt.

Die meisten jüdischen Männer werden von der Amsterdamer Polizei aus ihren Wohnungen geholt. Die Adressen haben die Polizisten vom Sicherheitsdienst erhalten. Wenn jemand nicht zu Hause ist, werden Mitbewohner verhaftet. Die Nazis nehmen auch Männer auf der Straße und in Lokalen fest.

Die Verhafteten, hauptsächlich junge Männer, werden in das Konzentrationslager Mauthausen in Österreich deportiert. Bald darauf erhalten ihre Familien die Nachricht, dass sie „verstorben“ oder „auf der Flucht erschossen“ worden seien. Diese Todesnachrichten machen Mauthausen zu einem berüchtigten Ort. Die Besatzer drohen fortan damit, dass Juden, die gegen die Regeln verstoßen, auch dorthin gebracht werden.