Ab Anfang Juli 1941 können Menschen in den Niederlanden kein Visum für die USA mehr bekommen. Das gilt auch für Otto Frank und seine Familie.
Otto hat 1938 einen Einreiseantrag für die Vereinigten Staaten gestellt. Da viele Juden ab 1938 aus Deutschland flüchten wollen, gibt es so viele Anträge, dass es sehr lange dauert, bis sein Antrag bearbeitet wird.
Am 14. Mai 1940 wird das Konsulat in Rotterdam bei den schweren Bombenangriffen auf die Stadt zerstört. Sämtliche Verwaltungsunterlagen sind verschwunden. Alle Antragsteller müssen die nötigen Dokumente erneut beschaffen und einreichen. Außerdem sind die amerikanischen Behörden strenger geworden. Sie befürchten, dass deutsche Spione ins Land einreisen könnten.
Auch Otto erneuert seinen Antrag. Seine Bemühungen erleiden jedoch einen schweren Rückschlag. Jeder Immigrant muss für seinen Antrag im US-Konsulat persönlich befragt werden, doch im Juli 1941 wird das Konsulat in den Niederlanden geschlossen. Wenn er überhaupt zu einer solchen Befragung eingeladen würde, müsste er ein Konsulat in Südeuropa aufsuchen. Und das ist für ihn unmöglich.
Otto bemüht sich danach noch um ein Visum für Kuba. Das wird am 11. Dezember 1941 annulliert. Er hat nun so gut wie keine Möglichkeit mehr, mit seiner Familie in ein sicheres Land zu gelangen.