Die Serie ist eine bewegende Reise mit besonderen Begegnungen und persönlichen Reflexionen, ergänzt durch historisches Bildmaterial.
Start der Serie Anne Frank was here
15. April 2026 — Am Donnerstag, den 16. April 2026, um 17:00 Uhr CET startet die Anne Frank Stichting in Zusammenarbeit mit Every Media die neue, achtteilige Serie Anne Frank was here auf YouTube. Leyb Elias, Schauspieler, Aktivist und Verwandter von Anne Frank, besucht die Orte, an denen Anne Frank gewesen ist, und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in ihren Fußspuren.
‘Liebe Anne, ich bin es, Leyb. Mein Großvater, Buddy, war dein Lieblingscousin. Das macht dich zu meiner entfernten Cousine. Du warst immer ein Teil meines Lebens. Und ich fühle die Verantwortung, deine Geschichte lebendig zu halten und heute einen Unterschied zu machen.’
Leyb fährt fort: „Ich war überall: in Frankfurt, wo du geboren wurdest. In Amsterdam, wo du aufgewachsen bist und untertauchen musstest. Und dann in den Lagern, in die du deportiert wurdest: Westerbork, Auschwitz und schließlich Bergen-Belsen. Dort bist du im Alter von nur fünfzehn Jahren gestorben. Aber deine Geschichte endete dort nicht. Liebe Anne, deine Geschichte hat kein glückliches Ende. Aber sie gibt auch Hoffnung.“
Besondere Begegnungen
Während seiner Reise hat Leyb besondere Begegnungen. So trifft er im ehemaligen Wohnhaus von Anne in Amsterdam den Schriftsteller und ehemaligen Gefangenen Mohamedou Ould Slahi, der infolge von 9/11 vierzehn Jahre lang zu Unrecht inhaftiert war und zeitweise in dem Haus lebt und arbeitet. In der liberal-jüdischen Synagoge spricht Leyb mit jüdischen Jugendlichen über Vorurteile und Antisemitismus und erfährt mehr über das Projekt Lerne deine Nachbarn kennen. Außerdem begegnet er den Politikern Itay Garmy und Sheher Khan, von denen der eine jüdisch und der andere muslimisch ist. Sie besuchen Schulen und sprechen mit Schülerinnen und Schülern über jüdische und muslimische Identität, Ausgrenzung sowie die Bedeutung von Dialog, Verbindung und Menschenrechten. Im ehemaligen Konzentrationslager Westerbork trifft Leyb die Überlebende Eva Weyl und im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz die Überlebende Bella Eisenman. Beide teilen ihre eindrucksvollen Geschichten und Einsichten. In Buenos Aires, wo Anne nie gewesen ist, spricht Leyb mit Jugendlichen des Centro Ana Frank. Er entdeckt, wie weit die Geschichte von Anne Frank reicht und selbst in Argentinien junge Menschen inspiriert, etwas zu verändern.
Familienhaus in Basel
Leyb besucht auch das Familienhaus in Basel. Dort betrachtet er gemeinsam mit seiner Schwester Hannah Fotos seines 2015 verstorbenen Großvaters Buddy Elias, der ihnen von seiner Cousine Anne und ihrer engen Beziehung erzählte. Nach seiner Karriere als Schauspieler setzte sich Buddy Elias dafür ein, das Andenken an Anne Frank sowie die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten. Im Geiste von Buddy und Anne möchten Leyb und Hannah ihr Familienhaus für Veranstaltungen und Treffen öffnen und so einen Ort schaffen, an dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Überzeugungen einander begegnen und voneinander lernen können.
Die Welt langsam verändern
Leyb blickt auf seine Reise zurück und sagt: „Liebe Anne, diese Reise endet hier. Aber die Verantwortung, die ich fühle, diese Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, wird immer bleiben. Durch das Phänomen, das du geworden bist, habe ich eine Stimme bekommen. Ich fühle, dass ich keine andere Wahl habe, als zu handeln. Denn Hass, Diskriminierung und Gewalt sind nicht auf eine Zeit, einen Ort oder ein Volk beschränkt. Aber weißt du, was auch überall ist? Hoffnung. Das war in meinen Augen eine besondere Stärke von dir. Daran halte ich fest. Du glaubtest, dass wir alle etwas verändern können. Und du hattest recht, als du den wohl bedeutendsten Gedanken niederschriebst: „Wie wunderbar ist es, dass niemand auch nur eine Minute warten muss, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern!“